> > > Faust-Theaterpreis 2019 in Kassel verliehen
Montag, 9. Dezember 2019

Szenenfoto Götterdämmerung in der Regie von Elisabeth Stöppler am Theater Chemnitz, © Kirsten Nijhof

Szenenfoto Götterdämmerung in der Regie von Elisabeth Stöppler am Theater Chemnitz, © Kirsten Nijhof

Roberto Ciulli für Lebenswerk geehrt

Faust-Theaterpreis 2019 in Kassel verliehen

Kassel, . Im Staatstheater Kassel wurde zum 14. Mal der Deutsche Theaterpreis "Der Faust" verliehen. In der Kategorie "Regie Musiktheater" wurde Elisabeth Stöppler für ihre Inszenierung der "Götterdämmerung" am Theater Chemnitz ausgezeichnet. Bester "Sängerdarsteller Musiktheater" wurde Johannes Martin Kränzle in seiner Rolle als Siskov aus "Aus einem Totenhaus", welches an der Oper Frankfurt aufgeführt wurde. Helge Schmidt wurde als bester Schauspielregisseur für "Cum-Ex-Papers" am Lichthof Theater Hamburg ausgezeichnet, Maja Beckmann als Darstellerin von "Dionysos Stadt" an den Münchner Kammerspielen. Marlúcia do Amaral wurde für Odette im "Schwanensee" an der Deutschen Oper am Rhein als beste Tänzerin geehrt, Anne Teresa de Keersmaeker ging für "Die sechs Brandenburgischen Konzerte" als beste Choreografin hervor. Zusätzlich wurden Preise im Bereichen Bühnenbild und Kindertheater sowie ein Perspektivpreis der Länder verliehen. Den Preis für das Lebenswerk erhielt wie bereits angekündigt Roberto Ciulli. Dessen Laudatio hielt Oliver Keymis (Bündnis 90/Die Grünen), Vizepräsident des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Alle Auszeichnungen sind undotiert.

Ciulli wurde am 1. April 1934 in Mailand geboren. Zunächst studierte er Philosophie und promovierte, dann gründete er im Alter von 26 das Theater Il Globo in Mailand. 1965 ging er nach Deutschland, wo er seine Theaterarbeit als Regieassistent in Göttingen fortsetzte. Auch in Berlin und Düsseldorf war er tätig, bevor er zwischen 1972 und 1979 Schauspieldirektor am Schauspiel Köln wurde. Dort traf er Dramaturg Helmut Schäfer, mit dem er 1980 das freie Theater an der Ruhr in Mülheim gründete. Seit der ersten Premiere, "Lulu" von Frank Wedekind, ist Ciulli einer der Theaterdirektoren. Das Theater ist insbesondere für seine Tourneen im In- und Ausland bekannt. Ciulli wurde für seine Arbeit zunächst 1988 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet, 1996 folgte das Verdienstkreuz 1. Klasse, 2000 der Ehrenring der Stadt Mülheim und 2013 der Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der Deutsche Theaterpreis "Der Faust" ist ein 2006 ins Leben gerufener nationaler, undotierter Theaterpreis. Verliehen wird er an Personen, deren Arbeit sich als wegweisend für das deutsche Theater zeigt. Er wird in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und einem jährlich wechselnden Bundesland vergeben. Finanziert wird die Veranstaltung vom Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, der Kulturstiftung der Länder und dem Deutschen Bühnenverein. "Der Faust" wurde in der Kategorie Lebenswerk unter anderem bereits an die Schauspielerin Inge Kelle, den Dramatiker Tankred Dorst, den Dirigenten Michael Gielen, den Schriftsteller George Tabori sowie die Choreografin Pina Bausch verliehen. Grundlage für die Vergabe des Preises sind Vorschläge der Theater. Ein Theater darf jedoch keine eigene Produktion vorschlagen. Eine Jury aus künstlerischen Berichterstattern und einem Ausschuss des Deutschen Bühnenvereins, bestehend aus Intendanten, Ballettdirektoren, Regisseuren, Dramaturgen und Kulturpolitikern, nominiert aus den eingegangenen Vorschlägen für jede der Kategorien drei Künstler. Über diese Vorschläge stimmt eine fünfköpfige Jury, die aus Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste besteht, ab.

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