> > > SACEM zeichnet Komponistin Florentine Mulsant aus
Mittwoch, 3. Juni 2020

Florentine Mulsant, © privat

Florentine Mulsant, © privat

Französische Musikerin erhält großen Preis für zeitgenössische Musik

SACEM zeichnet Komponistin Florentine Mulsant aus

Paris, . Die Sacem, die französische Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger, hat die Gewinner ihres Grand Prix bekannt gegeben. In diesem Jahr bekommt erstmalig eine Komponistin den großen Preis für klassische zeitgenössische Musik für ihr Lebenswerk: Florentine Mulsant. "Komplexität gemischt mit Finesse ist eins der wichtigen Kennzeichen ihrer Kompositionen. Florentine Mulsant wird ... auf der ganzen Welt geschätzt. Die Komponistin schafft es, jedem ihrer Werke einen lebhaften Ausdruck zu verleihen, der dennoch sanft und zart wirkt.", so die Jury. Beeinflusst von der französischen Schule des 20. Jahrhunderts wie insbesondere Debussy, Ravel, Messiaen und Dutilleux lässt sich Florentine Mulsants musikalischer Stil als sehr ausdrucksstark charakterisieren, mit wirklicher Freiheit im Ausdruck und klarer musikalischer Form. Ihr Oeuvre umfasst fast 90 Werke, vom Solostück über Kammer- und Orchesterwerke bis hin zur Vokalmusik. Momentan arbeitet sie an ihrem 5. Streichquartett, dem Flötentrio Feuilles d’ Automne op. 89 und an der Rhapsodie for violon et piano. Der Preis wird Anfang Dezember in der Salle Pleyel in Paris übergeben.

Florentine Mulsant wurde 1962 in Dakar geboren. Sie studierte 12 Jahre lang die traditionellen Disziplinen (Harmonielehre, Kontrapunkt, Analyse und Orchestrierung) am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris. 1987 erhielt sie den ersten Preis im Fach Komposition an der Schola Cantorum in Paris. Ihr dortiger Lehrer war Allain Gaussin. Außerdem hatte sie Kompositionsunterricht bei Franco Donatoni an der Academia Chigiana in Siena, Italien, und bei Alain Bancquart am CNSM in Paris. 1991-1998 hatte sie einen Lehrauftrag für Musiktheorie an der Universität Paris IV-Sorbonne. Viele ihrer Werke sind Auftragskompositionen und werden auf größeren Musikfestspielen in Frankreich, Deutschland, Schweiz, USA, Taiwan und Chile aufgeführt. Sie gewann viele Preise und Auszeichnungen. 2011 erhielt sie den Preis „Nadia et Lili Boulanger“ der Academie des Beaux-Arts. 2015 wurde sie als „composer in residence“ vom Konservatorium Marseille nominiert. 2018 war sie Gast-Komponistin des Festivals des Arcs in Frankreich. 2019 wurde sie vom Kulturministerium als Chevalier de l‘Ordre des Arts et Lettres ausgezeichnet.

Die SACEM wurde 1850 vom französischen Komponisten Hector Berlioz gegründet und war weltweit die erste Organisation zur Wahrung der Rechte von Musikern. Unter den Gewinnern des Kompositionspreises der SACEM befinden sich unter anderem Camille Saint-Saens, Charles Gounod, Gabriel Faure, Maurice Ravel und Olivier Messiaen. Bisherige Gewinner des Grand Prix de la musique classique contemporaine sind u. a. Philippe Schoeller (2018), Karol Beffa (2017), Thierry Pécou (2016), Richard Dubugnon (2015), Bernard Cavanna (2014), Alain Kremski (2013), Eric Tanguy (2012).

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