> > > Bund der Steuerzahler kritisiert Geldverschwendung bei Sanierung der Beethovenhalle
Montag, 27. Januar 2020

Beethovenhalle Bonn, © Axel Kirch

Beethovenhalle Bonn, © Axel Kirch unter CC BY-SA 4.0

Ursprüngliche Kosten werden um mindestens 100 Millionen Euro überschritten

Bund der Steuerzahler kritisiert Geldverschwendung bei Sanierung der Beethovenhalle

Berlin, . Der Bund der Steuerzahler hat sein Schwarzbuch für das Jahr 2019 veröffentlicht. Unter den angeprangerten Projekten sticht aus dem Kulturbereich die Bonner Beethovenhalle hervor, deren Sanierung aktuell mehr als 166 Millionen Euro kosten wird - das sind mehr als 100 Millionen Euro über den ursprünglich geplanten Kosten. Weder konnte bei dem Projekt das Budget noch der Zeitplan eingehalten werden. Der Bund der Steuerzahler fordert in seinem Bericht daher auch personelle Konsequenzen für das Fiasko, das die Steuerzahler viel Geld kostet.

Das Konzerthaus wird seit 2016 renoviert, wobei neben der Modernisierung der Denkmalschutz immer wieder für Probleme sorgte. Asbest und dessen Beseitigung, schlechte Verhandlungen mit Bauunternehmen sowie weitere Unvorhersehbarkeiten folgten. Über die Jahre stiegen die Kosten dadurch von 60 Millionen Euro auf 166 Millionen Euro. Zusätzlich wird das Gebäude nicht wie geplant zu den Feierlichkeiten des Beethoven-Jubiläums 2020 fertig sein, sondern erst zwei Jahre später. Das Beethovenjahr 2020 feiert die Stadt daher notgedrungen an anderen Veranstaltungsorten.

Die Beethovenhalle Bonn wurde nach den Plänen von Siegfried Wolske erbaut und im September 1959 eröffnet. Im Jahr 1990 wurde die Halle unter Denkmalschutz gestellt. 1996 wurde das Haus zum Teil modernisiert und ein Anbau an das Südfoyer durchgeführt. Seither wurde nur das Nötigste in den Erhalt des Konzertsaals investiert, nicht zuletzt im Zuge der langjährigen Debatten um ein Beethoven-Festspielhaus. 2016 beschloss der Bonner Gemeinderat nach längeren Diskussionen die Sanierung der Beethovenhalle.

Der Bund der Steuerzahler Deutschland setzt sich für die Senkung von Steuern und Abgaben sowie die Verringerung von Bürokratie, Steuerverschwendung und Staatsverschuldung ein. Im Schwarzbuch des Vereines werden Negativbeispiele für die Verschwendung öffentlicher Gelder gesammelt und jährlich veröffentlicht. Die enthaltenen Projekte sind in Themenbereiche geordnet, darunter fallen beispielsweise Kostenexplosionen, teure Fehler, Imagepflege und Controlling.

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