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Montag, 18. November 2019

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Julio Garcia Vico, © Thomas Kost

Julio Garcia Vico, © Thomas Kost

Erster Preis ist mit 20.000 Euro dotiert

Deutscher Dirigentenpreis für Julio García Vico

Köln, . Der Spanier Julio García Vico erhält den Deutschen Dirigentenpreis 2019, die Entscheidung fiel am gestrigen Abend im Finalkonzert des Deutschen Dirigentenpreises in der Kölner Philharmonie. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde von der Stadt Köln sowie privaten Kölner Stiftern gestiftet. Unter den 12 Kandidaten aus aller Welt hatten sich außerdem Gábor Hontvári aus Ungarn und die Französin Chloé van Soeterstède für das Finale durchgesetzt. Gábor Hontvári erhielt den 2. Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Den mit 5.000 Euro dotierten 3. Preis erhielt Chloé van Soeterstède. Darüber hinaus erhielt sie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werks des 20. und 21. Jahrhunderts (500 Euro). Sie überzeugte in der 2. Runde am Pult des WDR Sinfonieorchesters mit Anton von Weberns Sechs Stücken für Orchester op. 6 sowie mit Rebecca Saunders‘ traces. Den Publikumspreis in Höhe von 2.500 Euro ging an den 1. Preisträger Julio García Vico, der im Finale Richard Strauss' Don Juan interpretierte. Außerdem lobten die Opernfreunde Bonn einen Preis in Form eines Gagenzuschusses in Höhe von 1.000 Euro für ein Engagement an der Oper Bonn aus, der ebenfalls an den 1. Preisträger ging. Zu den Orchestern und Opernhäusern, die bereits Engagements eines Preisträgers zugesagt haben, gehören das Beethoven Orchester Bonn, das Gürzenich-Orchester Köln, die Hofer Symphoniker, die Münchner Symphoniker, die Nürnberger Symphoniker, die Oper Köln, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und das WDR Sinfonieorchester.

Julio Garcia Vico wurde 1992 geboren. Zwischen 2009 und 2013 studierte er zunächst Klavier an der Musikhochschule Madrid bei Pilar Bilbao, danach war er zwischen 2012 und 2015 Akademist beim Spanischen Nationalorchester. Seit 2015 studiert er Dirigieren al der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf bei Rüdiger Bohn. 2017 half er diesem beim Orchester der Hochschule und 2018 beim European Workshop für Contemporary Music, 2018 war er am Opernstudio der Hochschule als Assistent von Thomas Gabrisch tätig. Seit 2019 assistiert er Fausto Nardi bei der Internationalen Opernakademie in Weikersheim. Erste eigene Auftritte hatte er ab 2016 als Chefdirigent der Japanischen Philharmoniker Düsseldorf, 2017 an der Komischen Oper am Rhein Düsseldorf und 2018/19 am Collegium Musicum in Aachen. Auch ist er seit 2016 als Korrepetitor in der Gesangsklasse von Konrad Jarnot an der eigenen Hochschule tätig. Gefördert wurde er 2014 bis 2015 vom Internationalen Ensemble Modern Akademie, bis 2015 als Stipendiat des Joven Orquesta Nacional de Espana, seit 2016 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und seit 2018 vom Dirigentenforum.

Gabor Hontvari wurde 1993 geboren. Sein Studium begann er an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest bei Andras Ligeti, Adam Medveczky und Valer Jobbagy. Danach studierte er zwischen 2015 und 2018 Dirigieren bei Nicolas Pasquet und Gunter Kahlert an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, inzwischen im Konzertexamenstudiengang. Er trat bereits mit der Jenaer Philharmonie, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig, der Bayerischen Kammerphilharmonie, deren Südkorea-Tournee er 2017 leietete, der Nordwestdeutschen Philharmonie, den Göttinger Symphonie Orchester und den Bergischen Symphonikern auf. 2016 war er als Assistent von Andreas Schüller an der Staatsoperette Dresden tätig, danach im selben Bereich bei Rasmus Baumann am Musiktheater im Revier. Außerdem arbeitete er zusammen mit Lorenzo Viotti am Stadttheater Klagenfurt, bevor er zur Spielzeit 2019/20 zum 1. Kapellmeister und Stellvertretendem Generalmusikdirektor am Mainfranken Theater Würzburg ernannt wurde. Hontvari ist Träger des Ernst-von-Schuch-Preises und nahm an einigen Wettbewerben teil.

Chloé van Soeterstède wurde 1988 geboren. Sie studierte zunächst Bratsche an der Royal Academy of Music, danach zwischen 2015 und 2017 Dirigieren am Royal Northern College of Music Manchester bei Clark Rundell und Mark Heron. 2012 gründete sie in London das Kammerorchester Arch Sinfonia, außerdem arbeitet sie regelmäßg mit dem National Children’s Orchestra of Great Britain und dem Hallé Youth Orchestra zusammen. 2018 arbeitete sie Assistenzdirigentin an der Holland Park Opera. Zur Zeit ist sie Chefdirigentin der Hertfordshire Schools‘ Symphony Orchestra. 2018/19 debütierte sie zusätzlich mit dem Orchestre National de Lille, dem Auroroa Orchestra, der Southbank Sinfonia und mit dem Haydn Orchester.

Der Deutsche Dirigentenpreis (DDP) ist ein vom Deutschen Musikrat in Partnerschaft mit der Kölner Philharmonie, der Oper Köln, dem Gürzenich-Orchester Köln und dem WDR Sinfonieorchester ausgetragener internationaler Wettbewerb für junge Dirigentinnen. Vom 11. bis 18. Oktober 2019 wurde er zum zweiten Mal  in Köln ausgetragen. Die Auszeichnung geht zurück auf den Preis des Dirigentenforums, der im Jahr 1995 erstmalig an einen Stipendiaten des Förderprogramms verliehen wurde. 2017 wurde der Wettbewerb erstmals international ausgetragen. In seinen Anforderungen ist der Deutsche Dirigentenpreis einzigartig, denn er berücksichtigt gleichermaßen die Gattungen Oper und Konzert im Repertoire und fordert so das genreübergreifende Können der Kandidaten. Als Preisträger gingen bisher u.a. Mihkel Kütson, Simon Gaudenz, Francesco Angelico, Kristiina Poska und Hossein Pishkar hervor. In diesem Jahr hatten sich 91 Teilnehmer beworben. Der Jury gehörten an: Lothar Zagrosek (Jury-Vorsitzender), Peter Gülke (Ehrenvorsitzender), Lioba Braun, Siegwald Bütow, Louwrens Langevoort, Birgit Meyer und Stephan Mösch. Eine weitere Stimme stellten gemeinsam das Gürzenich-Orchester Köln, das Ensemble und das Internationale Opernstudio der Oper Köln sowie das WDR Sinfonieorchester, mit denen die jungen Dirigenten während des Wettbewerbs probten und auch im Finalkonzert auftraten

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