> > > Fall des Regisseurs Kirill Serebrennikow wird weiter verhandelt
Samstag, 19. Oktober 2019

Moskauer Stadtgericht tauscht Richter aus

Fall des Regisseurs Kirill Serebrennikow wird weiter verhandelt

Moskau, . Der Fall um den russischen Theaterregisseur Kirill Serebrennikow soll laut einer aktuellen Entscheidung des Moskauer Stadtgerichts weiter verhandelt werden. Mit der Fortsetzung werde ein anderer Richter den Fall übernehmen.

Im vergangenen Monat war der Fall an die Generalstaatsanwaltschaft zurückverwiesen worden (klassik.com berichtete). Grund für die erneuten Ermittlungen waren Widersprüche bei den Ermittlungen und fehlende Details. Richterin Irina Akkuratowa hatte Serebrennikow außerdem von seinem Reiseverbot entbunden, sodass sich der Regisseur auch außerhalb Moskaus wieder frei bewegen konnte. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Berufung eingelegt und nun Recht erhalten. Man sei sich sicher, dass die vorgenommenen Berechnungen stimmten, so der Staatsanwalt.

Kirill Serebrennikow befand sich seit August 2017 im Hausarrest. Die Ermittler werfen Serebrennikow vor, umgerechnet rund eine Million Euro unterschlagen zu haben. Zudem gingen die russischen Behörden dem Vorwurf nach, Serebrennikow habe das "7. Studio" gegründet, um Fördergelder in Höhe von umgerechnet 2,84 Millionen Euro zu erhalten. Eine ehemalige Buchhalterin belastete Serebrennikow schwer. Trotz der Einschränkungen von gerichtlicher Seite führte Serebrennikow auch unter Arrest seine Arbeit fort: So wurde in Hamburg an der Staatsoper seine Inszenierung von Giuseppe Verdis "Nabucco" aufgeführt. Auch in Zürich und Stuttgart liefen nach seiner Verhaftung noch Aufführungen Serebrennikows. 2019 wurde er durch ein Gutachten entlastet, welches feststellte, dass ein Theaterprojekt einfach mehr Geld gekostet habe und Serebrennikow die Fördergelder nicht für Privates genutzt hätte. Das Verfahren gilt seit Beginn als politisch motiviert.

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