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Samstag, 25. Januar 2020

Verwirrung um Preisverleihung

Mexikanischer Musikpreis Premio Batuta für Placido Domingo

Mexiko-Stadt, . Der seit Wochen in den Schlagzeilen stehende Bariton Placido Domingo ist am vergangenen Wochenende mit dem mexikanischen Musikpreis "Premio Batuta" ausgezeichnet worden. Noch vor wenigen Tagen war die Vergabe der Auszeichnung bis zur Klärung der gegen Domingo im Raum stehenden Vorwürfe sexueller Belästigung ausgesetzt worden. Dann machten die Organisatoren allerdings einen Rückzieher, eine Begründung für die erneute Änderung gaben die Organisatoren nicht an. Domingo bedankte sich in dem eingespielten Video für die Auszeichnung und freute sich auf das nächste Konzert in Mexiko. Er blickte zurück auf seine Anfängen am National Conservatory of Music in Mexiko vor sechs Jahrzehnten und seine ersten Auftritte im Palacio de Bellas Artes in Rigoletto. Bei der Gala wurden darüber hinaus weitere Künstler ausgezeichnet, so u.a. die Komponist Michael Nyman, Leo Brouwer, Edesio Alejandro, und Sergio Berlioz, die Dirigenten Lizzi Ceniceros und Enrique Bátiz, Flötist Horacio Franco, die Sänger María Luisa Tamez, Carlos Esteva und Irasema Terrazas sowie Violinist Jorge Saade-Scaff.

Unterdessen äußerte sich der italienische Tenor Andrea Bocelli zu der öffentlichen Verurteilung des spanischen Sängers. Er bezeichnete die Vorwürfe gegen Domingo als "paradox und schandhaft", es brauche Beweise und ein rechtskräftiges Urteil, um jemanden für schuldig zu erklären, so Bocelli gegenüber der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

Plácido Domingo wurde am 21. Januar 1941 in Madrid geboren und zog mit seiner Familie im Alter von acht Jahren nach Mexiko City, wo er Gesangsunterricht am Konservatorium nahm. Im Jahr 1968 sprang Domingo für den erkrankten Franco Corelli an der New Yorker Metropolitan Opera (MET) ein, was der Beginn einer langen Zusammenarbeit wurde: Mit Ausnahme von Enrico Caruso sang niemand so oft Premieren an der MET wie Plácido Domingo. 1993 feierte er dort mit Luciano Pavarotti das gemeinsame 25-jährige Bühnenjubiläum. Domingos Karriere als Dirigent begann ebenfalls in New York. In den 1990er Jahren wurde er gemeinsam mit den Tenören Luciano Pavarotti und José Carreras unter dem Namen "Die drei Tenöre" weltweit bekannt. Domingo war lange Zeit musikalischer Leiter der Washingtoner Oper und ist in gleicher Position an der Oper in Los Angeles aktiv. Nach dem Wechsel ins Bariton-Fach tritt er weiterhin weltweit auf. 2013 wurde Domingo mit dem japanischen "Praemium Imperiale" geehrt. 2015 wurde er zum Ehrendoktor der Universität Salamanca ernannt, er erhielt zudem eine Ehrendoktorwürde an der Chapman University im amerikanischen Orange und wurde Ehrenmitglied der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Plácido Domingo

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