> > > Großer Österreichischer Staatspreis für Komponist Thomas Larcher
Samstag, 25. Januar 2020

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Thomas Larcher, © Richard Haughton

Thomas Larcher, © Richard Haughton

Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert

Großer Österreichischer Staatspreis für Komponist Thomas Larcher

Wien, . Der Komponist und Pianist Thomas Larcher ist mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet worden. Der Kunstsenat bezeichnete Larcher anlässlich der Verleihung als "Grenzgänger der Musik, der eine spezifische eigene Klangfarbe entwickelt hat". Larchers Werke erschließen sich dem Hörer unmittelbar und kommunizieren mit dem Zuhörer, so die Begründung, seine Bedeutung für die zeitgenössische Musik sei enorm. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis wurde dem Musiker im österreichischen Bundeskanzleramt überreicht. Nach dem Prix de Composition Musicale in Monaco 2018 und dem Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien 2018 hat er damit innerhalb kurzer Zeit den dritten bedeutenden internationalen Preis erhalten.

Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchste Kulturauszeichnung der Bundesrepublik Österreich. Er wird seit 1950 einmal im Jahr an einen österreichischen Künstler oder an einen Künstler mit Wohnsitz im Land verliehen. Seit 1971 gibt es keine Spartenaufteilung mehr. Die Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert. Frühere Preisträger im Bereich Musik waren u. a. Beat Furrer (2014), Olga Neuwirth (2010), Georg Friedrich Haas (2006), Friedrich Cerha (1986), György Ligeti (1990) und Ernst Krenek (1963).

Thomas Larcher wurde am 16. September 1963 in Innsbruck geboren. Er wuchs in Tirol auf und studierte in Wien Komposition und Klavier bei Heinz Medjimorec, Elisabeth Leonskaja und Erich Urbanner. 1994 gründete Larcher in Schwaz in Tirol das Festival Klangspuren, das heute zu den renommierten europäischen Festivals für Neue Musik zählt und dessen künstlerischer Leiter er bis 2003 blieb. 2004 gründete er das Kammermusikfestival "Musik im Riesen", das jährlich im Mai in den Swarovski Kristallwelten in Wattens stattfindet, das er auch heute noch programmiert. Während er sich nach dem Studium vorrangig Klavierspielen gewidmet hatte, begann er vor einigen Jahren auch zu komponieren. Inzwischen gilt er als eine der einfallsreichsten Stimmen unter den zeitgenössischen Komponisten. Seine Musik bewegt sich im Spannungsfeld von experimentellen Spieltechniken und bewussten Rückgriffen auf Traditionen. Die drei CDs Naunz (2001), IXXU (2006) und Madhares (2010) sowie die CD What Becomes (2014) dokumentieren Thomas Larchers bisheriges kompositorisches Schaffen. Seine Aufnahmen wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik, dem Choc de la musique, dem Choc de Classica und dem Diapason d’or. Als Pianist ist sein Repertoire ist breit und reicht von einer Schubert/Schönberg CD bis zur Liedbegleitung mit Partnern wie Mark Padmore in Schuberts Schwanengesang oder Matthias Goerne, mit dem er zuletzt 2014 die vielfach preisgekrönte CD Hanns Eisler: Ernste Gesänge. Lieder with piano eingespielt hat. In den letzten Jahren hat Larcher auch zu dirigieren begonnen. So hat er u. a. mit dem Münchener Kammerorchester, dem Mozarteumorchester, der Niederländischen Radio Kamerfilharmonie und mit Solisten wie Isabelle Faust oder Igor Levit zusammengearbeitet. 1998 erhielt Larcher den Emil-Berlanda-Preis, 2012 wurde er mit dem British Composer Award ausgezeichnet. 2015 erhielt Thomas Larcher den alle zwei Jahre verliehenen Elise L. Stoeger Prize 2014/15 der Chamber Music Society of Lincoln Center, der alle zwei Jahre als Auszeichnung herausragender Leistungen im Bereich der Kammermusikkomposition vergeben wird sowie den Österreichischen Kunstpreis für Musik. 2018 wurde er außerdem Träger des Ernst-Krenek-Preises.

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