> > > Daniel Barenboim wird mit Konrad-Adenauer-Preis geehrt
Samstag, 23. Januar 2021

West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim (2013), © WolfD59

West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim (2013), © WolfD59

Stadt Köln würdigt Engagement für Frieden und Völkerverständigung

Daniel Barenboim wird mit Konrad-Adenauer-Preis geehrt

Berlin, . Dirigent Daniel Barenboim (76) erhält in diesem Jahr den Konrad-Adenauer-Preis der Stadt Köln. Die Stadt will damit sein Engagement für Frieden und Völkerverständigung würdigen. "Daniel Barenboim hat mit der Musik ein verbindendes Element gefunden, das Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenbringt", so ein Kommentar der Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Die Preisverleihung findet Mitte Oktober statt.

Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) war von 1917-1933 sowie nach Kriegsende Oberbürgermeister der Stadt Köln. Die Stadt vergibt den undotierten Preis seit 2002 zur Erinnerung an ihren ehemaligen Oberbürgermeister im Turnus von zwei Jahren. Damit sollen herausragende Beiträge und besondere Verdienste für den Bereich "Leben und Arbeiten in einer Großstadt: Innovative und mutige Beiträge zur Entwicklung einer lebenswerten Großstadt weltweit, zur europäischen Integration oder zur Wahrung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung im zusammenwachsenden Europa" gewürdigt werden. Bisherige Preisträger waren Raymond Barre, Traian Basescu, Leoluca Orlando, Vaira Vike-Freiberga, Petra Roth, Vitali Klitschko sowie die Stadt Liverpool.

Daniel Barenboim hatte in der Vergangenheit das West-Eastern Divan Orchester mit gegründet. In diesem musizieren Musiker aus Israel und der arabischen Welt gemeinsam. Für sein Bemühen um den Dialog im Nahen Osten und die Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern wurde Barenboim bereits mehrfach ausgezeichnet.

Barenboim wurde 1942 in Buenos Aires geboren. Im Alter von 10 Jahren gab Barenboim sein erstes internationales Konzert. Es folgten Auftritte in Paris 1955, London 1956, New York 1957 sowie regelmäßige Tourneen durch Europa, die USA, Südamerika, Australien und Fernost. Ab 1967 war er als Dirigent in London mit dem New Philharmonia Orchestra tätig, später ab 1969 auch in Berlin, New York und Chicago. 1975 übernahm er die Nachfolge Georg Soltis als Dirigent des Orchestre de Paris. Von 1973 bis 1989 war er Chefdirigent des English Chamber Orchestra und von 1987 bis 1989 künstlerischer Direktor der Opéra de la Bastille in Paris. 1981 debütierte er in Bayreuth mit "Tristan und Isolde", 1988 übernahm er den "Ring des Nibelungen". Von 1991 bis 2006 war er Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, 1992 wurde er zusätzlich künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Deutschen Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Barenboim ist Schirmherr der Selbsthilfegruppe Musiker mit Dystonie der Deutschen Dystonie Gesellschaft und initiierte die Gründung eines staatlich geförderten Musikkindergartens in Berlin. 2012 gründete er ebenfalls in Berlin eine Akademie für Nachwuchsmusiker aus dem Nahen Osten, die Barenboim-Said-Akademie, die 2016 ihren Betrieb aufnahm. In den vergangenen Monaten war Barbenboim mehrfach wegen seines Führungsstils in den Schlagzeilen. Mehrere Musiker und Personen aus seinem Umfeld hatten ihm u. a. Wutanfälle, Demütigungen, Machtspiele und Ausraster vorgeworfen.

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