> > > Isang Yun Composition Award für Heinz Holliger
Freitag, 29. Mai 2020

Heinz Holliger, © Priska Ketterer

Heinz Holliger, © Priska Ketterer

Preisgeld in Höhe von 30.000 US-Dollar

Isang Yun Composition Award für Heinz Holliger

Berlin, . Die Isang Yun Peace Foundation hat Heinz Holliger und Kaija Saariaho als Träger des diesjährigen Isang Yun International Composition Award ausgewählt. Als Begründung für Holliger nannte die Jury, dass Yun (1917-1995) dem Oboisten zu Lebzeiten ein Werk gewidmet habe. Die beiden Künstler hatten während Yuns Zeit in Berlin zusammengearbeitet. Saariaho erhählt den Preis für ihre Auseinandersetzung mit der Musik und Philosophie des Komponisten. Insgesamt beträgt der Preisfond 30.000 US-Dollar, rund 27.120 Euro. Die Preisverleihung soll im November an Yuns Todestag stattfinden.

Heinz Holliger wurde 1939 in Langenthal in der Schweiz geboren und nahm bereits früh Musikunterricht. Im Alter von vierzehn Jahren entstanden erste eigene Kompositionen. 1956 begann er ein Studium am Berner Konservatorium bei Emile Cassagnaud (Oboe) und Sándor Veress (Komposition). Nachdem er zwei Jahre später sein Abitur bestand, erwarb er zusätzlich ein Lehrdiplom und studierte Klavier am Berner Konservatorium. Von 1961 bis 1963 nahm er außerdem weiteren Kompositionsunterricht bei Pierre Boulez. 1959 begann er seine professionelle Laufbahn als Solo-Oboist der Basler Orchester-Gesellschaft. 1961 folgten erste Schallplattenaufnahmen sowie weltweite Auftritte. 1965 nahm er eine Professur an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau an. Seit 1975 war er ständiger Gastdirigent bei Paul Sachers Basler Kammerorchester. Von 1998 bis 2001 war er zudem Dirigent des Orchestre de Chambre de Lausanne. Composer-in-Residence war er beim Orchestre de la Suisse Romande (1993/1994), bei den Luzerner Festwochen (1998) und bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker (2002). Im Jahr 2007 wurde Holliger das Komponistenportrait des Rheingau Musik Festivals gewidmet. 1987 gründete er zusammen mit Jürg Wyttenbach und Rudolf Kelterborn das Basler Musikforum. Holliger komponierte zahlreiche Bühnenwerke, Orchester-, Solo- und Kammermusikwerke.

Kaija Saariaho wurde am 14. Oktober 1952 in Helsinki geboren. Sie studierte an der Sibelius-Akademie in ihrer Heimatstadt bei Paavo Heininen und gründete mit Magnus Lindberg die Gruppe "Open Ears". Weiterhin studierte sie bei Brian Ferneyhough und Klaus Huber in Freiburg, nahm an den Darmstädter Ferienkursen teil und studierte ab 1982 Komposition auf Basis von Computern, Live-Elektronik und Tonbändern am Forschungsinstitut für Akustik und Musik im Centre Pompidou in Paris. Unter ihren Kompositionen sind "Verblendungen" (1984) mit Orchester und Tonband, "Du Christal" (1989) und "...à la Fumée" (1990). Dabei wurde sie unter anderem von der französischen Spektralmusik beeinflusst. Ihre erste Opernkomposition "L'Amour de loin" wurde bei den Salzburger Festspielen im Jahr 2000 unter Kent Nagano aufgeführt, für das Werk erhielt sie den Grawemeyer Award. Unter ihren weiteren Auszeichnungen sind der Prix Italia 1988, der Ars Electronica Prize 1989, der Musikpreis des Nordischen Rates 2000 und der Heidelberger Künstlerinnenpreis 2009.

Der Isang Yun International Composition Award wurde 2007 von der Isang Yun Peace Foundation ins Leben gerufen. 2014 wurde die jährliche Vergabe pausiert, seit 2019 wird der Preis wieder vergeben. Ausgezeichnet werden Komponisten, die das Werk des koreanischen Preisträgers weiterführen. Die Isang Yun Peace Foundation selbst wurde 2005 gegründet, um zum einen Isang Yuns humanistischen Geist und dessen musikalische Ausdrucksform zu verbreiten und weiterzuentwickeln. Zum anderen setzt sich die Stiftung zum Ziel durch diverse Projekte und Veranstaltungen nicht nur die musikalische Welt Yuns, sondern auch koreanische Musik für alle zugänglich zu machen.

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