> > > Betrug II: Ehemalige Burgtheater-Chefin vor Gericht
Montag, 17. Februar 2020

Silvia Stantejsky muss sich gegen Vorwurf der Veruntreuung verteidigen

Betrug II: Ehemalige Burgtheater-Chefin vor Gericht

Wien, . Die ehemalige kaufmännische Geschäftsführerin des Wiener Burgtheaters muss sich vor Gericht verantworten. Silvia Stantejsky soll Gelder des Theaters veruntreut und sie für private Zwecke verwendet haben. Durch die Auszahlung von Bargeld soll sie dem Theater einen Schaden von rund 300.000 Euro zugefügt haben. Die 64-Jährige soll in den Büchern für die Zahlungen andere Gründe vorgeschoben, darunter die Bezahlung eines Bühnenbildners oder neuer Kostüme. Auch wurden Rechnungen erst später bilanziell erfasst, Rückstellungen für Urlaube gar nicht, und es fanden sich Fehler in den Berechnungen von Steuern sowie weiterer Beiträge. Außerdem soll sich die ehemalige Geschäftsführerin am Gehalt des damaligen Direktors Matthias Hartmann bedient haben.

Die Vorkommnisse sollen sich während ihrer Zeit als Geschäftsführerin zwischen 2008 und 2013 ereignet haben, doch traten auch schon in vorangegangenen Jahren am Burgtheater finanzielle Ungereimtheiten auf. Stantejsky war daraufhin zunächst suspendiert und danach entlassen worden. Die Verhandlungen am Wiener Landesgericht beginnen im November, noch gilt für die Angeklagte die Unschuldsvermutung. Bei Verurteilung drohen ihr jedoch bis zu zehn Jahre Haft.

Das Wiener Burgtheater wurde zunächst 1748 als Theater nächst der Burg am Michaelerplatz gegründet, seit 1888 steht es am Universitätsring. Das macht das österreichische Bundestheater zum zweitältesten europäischen Theater. Während des Krieges erlitt das Hans einen Brand, die Wiedereröffnung folgte 1955. Direktorin ist seit 2014 Karin Bergmann, sie soll im September 2019 durch Martin Kusei ersetzt werden.

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