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Montag, 17. Februar 2020

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Großes Festspielhaus Salzburg, © Andreas Praefcke

Großes Festspielhaus Salzburg, © Andreas Praefcke unter CC BY 3.0

Sitzung des Aufsichtsrates soll Unklarheiten klären

Salzburger Osterfestspiele: Bachler versus Thielemann

Salzburg, . Bei den Salzburger Osterfestspielen soll Nikolaus Bachler ab 2022 neben der Intendanz auch die künstlerische Gesamtverantwortung übernehmen. Christian Thielemann, künstlerischer Leiter der Festspiele, äußerte jedoch bereits mehrfach Zweifel am neuen Konzept sowie den Wunsch, nicht mit Bachler zusammenarbeiten zu wollen. Thielemann sieht mit einer ihm übergeordneten Instanz seine künstlerische Konzeption für die bereits geplanten kommenden Jahre gefährdet. Als Beispiel führte er in Briefen an den Aufsichtsrat Bachlers Ablehnung seiner geplanten Opern "Lohengrin" für 2022 und "Elektra" für 2023 an. Für Mitte September ist eine Sitzung des Aufsichtsrates geplant, in der die Situation um die zukünftige künstlerische Entscheidungsmacht besprochen werden soll.

Geboren am 1. April 1959 in Berlin, begann Christian Thielemann seine Karriere mit 19 Jahren als Korrepetitor an der Deutschen Oper Berlin. Gleichzeitig assistierte er Herbert von Karajan. 1985 wurde er Erster Kapellmeister an der Düsseldorfer Rheinoper und wechselte 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 bis 2004 war er Generalmusikdirektor an der Deutschen Oper Berlin, 2004 wechselte er zu den Münchner Philharmonikern. Noch vor einer Neuverhandlung seines 2011 auslaufenden Vertrages bei den Münchner Philharmonikern gab er seinen Wechsel nach Dresden 2012 bekannt. Ab 2013 wird Thielemann zudem die künstlerische Leitung der Osterfestspiele Salzburg übernehmen (klassik.com berichtete). 2003 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen und seit 2006 ist Thielemann ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Nikolaus Bachler wurde am 29. März 1951 im österreichischen Fohnsdorf geboren. Er studierte in Wien am Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel und arbeitete danach am Salzburger Landestheater. Nach weiteren Stationen an unterschiedlichen deutschen Theatern wurde er 1987 künstlerischer Betriebsdirektor beim Schiller-Theater in Berlin. 1990 wechselte er nach Paris und kehrte zwei Jahre später nach Österreich zurück. Dort arbeitete er als Intendant der Wiener Festwochen, ab 1996 bei der Wiener Volksoper und ab 1999 beim Wiener Burgtheater. 2008 wechselte Bachler als Intendant an die Bayerische Staatsoper. Ab 2020 soll er Peter Ruzicka bei den Salzburger Osterfestspielen ersetzen. Nebenher ist er Mitglied im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks.

Die Salzburger Osterfestspiele wurden 1967 von Herbert von Karajan gegründet, um den Berliner Philharmonikern in seiner österreichischen Heimatstadt eine Plattform als Opernorchester zu bieten. Die Leitung hatte Karajan bis zu seinem Tod im Jahr 1989 inne. Anschließend übernahmen Sir Georg Solti (1992/1993), Claudio Abbado (1994-2002) und Sir Simon Rattle (2003-2012) die künstlerische Leitung des Festivals. Nach einem Finanzskandal Ende 2009 wurden die Osterfestspiele neu organisiert, sie finden seit einigen Jahren mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann anstelle der Berliner Philharmoniker statt. Für das kommende Jahr 2020 wurde die Verdi-Oper "Don Carlo" als Höhepunkt angekündigt.

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