> > > Gutachten sorgt für Entlastung im Fall von Regisseur Kirill Serebrennikow
Montag, 17. Februar 2020

Künstlergruppe soll keine Fördergelder veruntreut haben

Gutachten sorgt für Entlastung im Fall von Regisseur Kirill Serebrennikow

Moskau, . Ein neues gerichtliches Gutachten entlastet den vor einigen Monaten aus dem Hausarrest entlassenen russischen Regisseur Kirill Serebrennikow. Die neue Aussage von Sachverständigern ergab, dass ein Theaterprojekt mehr Geld gekostet habe als zuvor vom Gericht angenommen. Serebrennikows Anwalt Dmitri Charitonow zufolge bedeute dies, dass der Künstler und seine Mitarbeiter keine staatlichen Zuschüsse veruntreut hätten, wie es in der Anklage hieß. Zusätzlich wurde festgestellt, dass die zuvor infrage gestellten Vorstellungen des Projekts stattgefunden hätten. Basierend auf dem Gutachten fordert die Verteidigung nun, das Strafverfahren einzustellen.

Kirill Serebrennikow befand sich seit August 2017 im Hausarrest. Ermittler werfen Serebrennikow vor, umgerechnet rund eine Million Euro unterschlagen zu haben. Zudem gehen die russischen Behörden dem Vorwurf nach, Serebrennikow habe das "7. Studio" gegründet, um Fördergelder in Höhe von umgerechnet 2,84 Millionen Euro zu erhalten. Eine ehemalige Buchhalterin belastete Serebrennikow schwer. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Der Regisseur selbst bestreitet die Anklagen. Trotz der Einschränkungen von gerichtlicher Seite führte Serebrennikow auch unter Arrest seine Arbeit fort: So wurde in Hamburg an der Staatsoper vor kurzem seine Inszenierung von Giuseppe Verdis „Nabucco“ aufgeführt. Auch in Zürich und Stuttgart liefen nach seiner Verhaftung noch Aufführungen Serebrennikows. Sein Film „Leto“ wurde vor kurzer Zeit mit dem russischen Filmpreis Nika ausgezeichnet.

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