> > > Salzburger Mozarteum stellt Neufassung der c-moll Messe vor
Samstag, 24. August 2019

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Wolfgang Thein, Ulrich Leisinger, Johannes Honsig-Erlenburg mit der c-moll Messe, © Wildbild Rohrer

Wolfgang Thein, Ulrich Leisinger, Johannes Honsig-Erlenburg mit der c-moll Messe, © Wildbild Rohrer

Ulrich Leisinger ergänzte unvollendetes Mozart-Werk

Salzburger Mozarteum stellt Neufassung der c-moll Messe vor

Salzburg, . Das Salzburger Mozarteum hat in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Bärenreiter-Verlag eine Neuausgabe von Wolfgang Amadeus Mozarts c-Moll-Messe erstellt. Das unvollendete Werk ist dafür von Ulrich Leisinger, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Mozarteum, vervollständigt worden. In rund 400 Stunden Arbeit hatte Leisinger das Werk ergänzt und Teile rekonstruiert. Mozart hatte beim Komponieren Teile des Ordinarium missae weggelassen, außerdem Teile des Credos und des Agnus Dei. Nach eigenen Angaben hatte Leisinger Tabellen anlegen müssen, um zu sehen, welche Töne zeitgenössische historische Musikinstrumente spielen konnten. Die historisch informierte Aufführungspraxis habe er so stets im Blick behalten. Zusätzlich habe er sich viel an den Werken Mozarts orientiert, um häufige Muster auch auf die c-Moll-Messe anzuwenden. So findet sich nun unter anderem ein Streichersatz aus "Le Nozze di Figaro" in dem ergänzten Werk wieder. "Ich habe instrumentiert, indem ich die fehlenden Stimmen nach bestem Wissen und Gewissen und durch Vergleich mit anderen Kompositionen ergänzt habe.", so Leisinger über seine Arbeit. Aufgeführt wurde das rekonstruierte Werk im Rahmen der Salzburger Festspiele von der Camerata Salzburg, dem Salzburger Bachchor und einem Solistenensemble unter Andrew Manze.

Die Große Messe in c-Moll wurde von Mozart um 1782 verfasst. Sie ist eine von 18 Messen des Komponisten, blieb jedoch aus ungeklärten Gründen unvollständigt. Die Uraufführung soll im Oktober 1783 in der Salzburger Peterskirche stattgefunden haben. In einer der beiden Solistenrollen sang Mozarts Ehefrau Constanze. Die Originalhandschrift wird heute in der Staatsbibliothek zu Berlin verwahrt.

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war der Sohn des Violinisten, Komponisten und Lehrers Leopold Mozart. Wolfgang begann als Dreijähriger Klavier zu spielen und begab sich bereits mit sechs Jahren, gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Nannerl, auf Konzertreisen nach München und Wien. Von 1763 an unternahmen Vater Leopold und Sohn Wolfgang eine dreieinhalbjährige Konzertreise durch Europa, auf der sie große Erfolge feierten. Zwischen 1769 und 1773 folgten weitere Reisen durch Italien, jedoch mit zunehmend weniger Erfolgen. Die Zeiten zwischen den Reisen nutzte Mozart zum Komponieren. Nach 1773 nahm er in Salzburg die Stellen als Hoforganist und Kaiserlicher Kammerkomponist an. Mozarts kompositorisches Schaffen umfasst mehr als 600 Werke, darunter Orchester-, Klavier-, Kammer-, Ballett- und Kirchenmusikwerke sowie Opern, unter anderem 'Figaros Hochzeit', 'Don Giovanni' und 'Die Zauberflöte'. Mozart starb verarmt in Wien am 5. Dezember 1791.

Das Mozarteum Salzburg wurde 1841 als Musikschule und Archiv von Dokumenten zum Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart gegründet. Heute werden unter dem Begriff eine künstlerische Universität, ein Symphonieorchester sowie eine Stiftung, die sich mit dem Veranstalten von Konzerten, Forschungen zu Mozart sowie der Musikaliensammlung beschäftigt, zusammengefasst. Die Stiftung organisiert außerdem seit 1956 die Mozartwoche und betreibt Museen, um das kulturelle Erbe des Musikers aufrechtzuerhalten. Präsident des 1925 gegründeten Vereins ist seit 2006 Johannes Honsig-Erlenburg.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Wolfgang Amadeus Mozart

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