> > > Festspiele Erl: Landesrechnungshof kritisiert Ex-Intendant Kuhn
Donnerstag, 20. Februar 2020

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Spesen unzureichend dokumentiert

Festspiele Erl: Landesrechnungshof kritisiert Ex-Intendant Kuhn

Erl, . Nach dem Rohbericht hat der Tiroler Landesrechnungshof nun den vollständigen Prüfbericht zu den Festspielen Erl vorgelegt. Der Rechnungshof prüfte insbeondere, wie die gewährte Landesfinanzierung eingesetzt wurde.

Kritisiert wird im Bericht neben der Abschaffung des Aufsichtsrats im Jahr 2017 vor allem der ehemalige Leiter Gustav Kuhn: So habe dieser seine Spesen nicht nachvollziehbar dokumentiert. Der Ex-Intendant habe dem Bericht zufolge zu seinen Festspielzeiten einen pauschalen jährlichen Betrag in Höhe von 28.000 Euro erhalten zur Begleichung von Reisetätigkeiten, Übernachtungen und Bewirtungen. Darüber hinaus sollen die Festspiele auch rund 10.000 Euro für die Beheizung von Kuhns Privathaus aufgewendet haben. Der zweite Kritikpunkt, die Umwandlung der Festspiele in eine gemeinnützige Privatstiftung der Familie von Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner, soll "die Einfluss- und Mitwirkungsrechte des Landes Tirol in Erl […] wesentlich eingeschränkt" haben. Der laufende Betrieb unter der kaufmännischen Direktorin Natascha Müllauer wurde positiv bewertet. Landesrechnungshofsdirektor Reinhard Krismer sieht nun Landtag und Landesregierung am Zug.

Die Festspiele Erl und ihr ehemaliger Leiter Gustav Kuhn standen in der Vergangenheit in der Kritik: Blogger Markus Wilhelm hatte durch Artikel über Korruption, Ausbeutung, "moderne Sklaverei", sexuelle Nötigung und Vergewaltigung und Verstößen gegen das Arbeiterschutzgesetz die Diskussion über die Festspiele ins Rollen gebracht. Hinzu kam ein offener Brief von Künstlerinnen, die dem Intendanten sexuelle Übergriffe und Missbrauch vorwarfen. Kuhn legte in der Folge letztlich seine Tätigkeiten in Erl nieder.

Die Tiroler Festspiele Erl wurden 1997 vom Dirigenten und Regisseur Gustav Kuhn ins Leben gerufen und haben sich seither zu einem internationalen Musikfestival entwickelt. Neben dem Hauptfestival im Sommer findet seit dem Jahr 2012 auch eine Wintersaison in einem eigens dafür errichteten Festspielhaus statt. Dieses wurde von dem Wiener Architektenbüro "Delugan Meissel" entworfen und bietet Platz für 862 Besucher.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

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