> > > Bayreuther Festspiele ehren Wolfgang Wagner zum 100. Geburtstag
Mittwoch, 21. August 2019

Festakt vor Beginn der Festspiele

Bayreuther Festspiele ehren Wolfgang Wagner zum 100. Geburtstag

Bayreuth, . Am Abend vor Beginn der Bayreuther Festspiele findet in dieser Woche ein Festakt für Wagner-Enkel Wolfgang Wagner statt. Der im Jahr 2010 Verstorbene war von 1966 bis 2008 Leiter der Festspiele. Musikdirektor Christian Thielemann bezeichnete Wagner zu diesem Anlass als große Autorität, der seinen Dirigierstil erheblich geprägt habe: "Ich habe mich ein bisschen adoptiert gefühlt von ihm, väterlich gelenkt". Dennoch sei dem Ensemble stets klar gewesen, "wenn der Alte etwas sagt, dann hört ihr da mal besser zu und macht das dann auch so", so Thielemann weiter.

Wolfgang Wagner wurde am 30. August 1919 in Bayreuth geboren. Er war das dritte Kind von Siegfried und Winifred Wagner, Enkel von Richard Wagner und Urenkel von Franz Liszt. Seine musikalische und theaterpraktische Ausbildung begann er 1940 an der Staatsoper Berlin. Gemeinsam mit seinem Bruder Wieland übernahm er nach dem Zweiten Weltkrieg die Leitung der Bayreuther Festspiele, die er über fünfzig Jahre innehatte. Die vorgenommene stilistische Erneuerung fasste Wieland Wagner als "Entrümpelung der Szene" und Wolfgang Wagner als "Werkstatt Bayreuth" zusammen. Nach dem Tod Wielands 1966 übernahm Wolfgang Wagner die Festspiele alleinverantwortlich. Um ihren langfristigen Erhalt zu sichern, überschrieb er das Festspielhaus und das Haus Wahnfried aus dem Familienbesitz an die 1973 gegründete Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth. Von 1986-2008 war er zudem Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Bayreuther Festspiele GmbH, was ihm als Intendant eine besondere Gestaltungsfreiheit erlaubte. Unter seiner Intendanz traten unter anderem Carlos Kleiber, Colin Davis, Daniel Barenboim, James Levine und Christian Thielemann als Dirigenten in Bayreuth auf. Im September 2008 gab er die Leitung der Festspiele an seine Töchter Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier ab. Für seine Arbeit war Wagner unter anderem 1961 mit dem Bayerischen Verdienstorden, 1974 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz sowie 2003 mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnet worden.  2005 erhielt der das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern, vier Jahre später selbiges mit Schulterband. Am 21. März 2010 starb Wolfgang Wagner in seinem Haus in Bayreuth.

Die Bayreuther Festspiele wurden 1876 mit der zyklischen Gesamtdarstellung des "Ring des Nibelungen" zum ersten Mal veranstaltet. Nach dem Tode Richard Wagners wurden sie zunächst von seiner Frau Cosima, dann von Sohn Siegfried und bis 1944 von dessen Frau Winifred fortgeführt. Nach dem zweiten Weltkrieg öffnete das Haus 1951 wieder seine Pforten. Seit 1973 ist die Richard-Wagner-Stiftung Träger des Opernfestivals. Die Leitung der Festspiele liegt nach wie vor in den Händen der Familie Wagner. Nach dem Rücktritt des langjährigen Leiters Wolfgang Wagner 2008 übernahmen dessen Töchter, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, die Leitung der Bayreuther Festspiele. Seit 2015 ist Katharina Wagner Festspielleiterin, die neu geschaffene Stelle des Musikdirektors hat Christian Thielemann inne.

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