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Sonntag, 8. Dezember 2019

Zusätzliche Kosten von bis zu 380.000 Euro durch Vertragspanne

Oper Düsseldorf: Freistellung des Ballettdirektors teuer erkauft

Düsseldorf, . Das Ende der Amtszeit von Martin Schläpfer als Ballettdirektor sorgt an der Oper Düsseldorf für zusätzliche Kosten in Höhe von bis zu 380.000 Euro. 2020/21 soll Demis Volpi für Schläpfer übernehmen und mit dessen bisherigem Vertrauten Remus Sucheana weiter zusammenarbeiten. Aufgrund von Uneinigkeiten kündigten beide jedoch bereits an, sich keine gemeinsame Arbeit vorstellen zu können. Da der Anstellungsvertrag Sucheanas für diesen Fall keine Regelungen enthält, muss Sucheana während seiner bereits beschlossenen Freistellung vollständig bezahlt werden. Im schlechtesten Fall handelt sich dabei um einen Betrag von bis zu 380.000 Euro, der aus dem Etat ausgeglichen werden muss, sollte Sucheana in der Zeit bis Vertragsende kein neues Engagement finden. Der Vertrag in Düsseldorf läuft regulär 2024 aus.

Betriebsratchef Yvan Caljkusic kritisierte das Vorgehen des Opernhauses, da man Sucheanas Vertrag an den Schläpfers hätte binden sollen und sieht die Schuld bei der Geschäftsführung. "Wir finden es nicht in Ordnung, wenn ein solcher Vorfall ohne Konsequenzen bleibt", so Caljkusic. "Dadurch bleibt weniger Geld für die künstlerische Arbeit."

Remus Sucheana wurde in Rumänien geboren. Er studierte an der Ballettschule von Cluj-Napoca und war am dortigen Opernhaus als Tänzer beschäftigt. Mit einem Stipendium der Tanzstiftung Birgit Keil vervollständigte er seine Ausbildung an der Akademie des Tanzes in Mannheim. 1998 gewann er den 1. Preis beim Internationalen Ballettwettbewerb in St. Pölten, 1999 wurde er Erster bei einem Wiener Wettbewerb. Von 1999 bis 2009 war er Mitglied des Balletts Mainz, wo er u.a. Choreographien von George Balanchine, Nils Christe, Kurt Jooss, Paul Lightfoot und Sol León, Hans van Manen, Twyla Tharp und Antony Tudor tanzte sowie in zahlreichen Balletten von Martin Schläpfer in wichtigen Solorollen zu erleben war. 2009 wechselte er zum Ballett am Rhein. 2014/15 wurde er Co-Direktor von Martin Schläpfer und sowie Leiter der Ballettschule des Balletts am Rhein. 2016/17 übernahm er an der Seite Martin Schläpfers die Direktion der Compagnie und präsentierte sich erstmals auch als Choreograph.

Die Deutsche Oper am Rhein ist ein Zusammenschluss der Städte Düsseldorf und Duisburg, die seit 1958 besteht. Die Kooperation geht auf das 1875 eröffnete Düsseldorfer Opernhaus zurück. 1887 wurde die Tonhalle in Duisburg eingeweiht und die erste Theatergemeinschaft mit der Nachbarstadt beschlossen. 1911 kam das neue Theater in Duisburg hinzu, 1921 eine kurzfristige Theatergemeinschaft mit Bochum, die 1935 endete.

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