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Dienstag, 2. Juni 2020

Künstler wurde 88 Jahre alt

Dänischer Komponist Ib Norholm gestorben

Kopenhagen, . Der dänische Komponist Ib Norholm ist im Alter von 88 Jahren verstorben.

Nørholm wurde am 24. Januar 1931 in Søborg als Sohn des Zeichners und Malers Knud Nørholm geboren. Schon früh erhielt er Klavier- und Orgelunterricht. Im Alter von 18 debütierte er als Komponist mit der Kammeroper Sneglen og rosenhækken [Die Schnecke und die Rosenhecke] nach Hans Christian Andersen. Von 1950 bis 1956 studierte er Musiktheorie, Komposition, Musikgeschichte, Orgel und Chorleitung an Det Kongelige Danske Musikkonservatorium in Kopenhagen bei Vagn Holmboe, Finn Høffding und Niels Viggo Bentzon.

1954-64 schrieb er Musikkritiken, ab 1957 wirkte er als Organist. 1963 unterrichtete er Musiktheorie an Det Fynske Musikkonservatorium in Odense, ab 1973 ging er in gleicher Funktion ans Königlich Dänische Musikkonservatorium in Kopenhagen, wo er 1981 Professor für Musiktheorie und Komposition wurde. Zu seinen bedeutendsten Schülern zählen die Komponisten Karl Aage Rasmussen und Poul Ruders. Von 1973 bis 1978 war Norholm Leiter des dänischen Komitees der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik und Vorstandsmitglied des dänischen Komponistenverbandes.

Seine Werke als Komponist standen in der Tradition Carl Nielsens und Vagn Holmboes. Unter dem Einfluss der Musik Stockhausens, Kagels, Boulez' und Ligetis wandte sich Norholm in den 60er Jahren avantgardistischen Kompositionensstilen wie der seriellen Musik und der Aleatorik, der grafischen Notation und dem Einsatz mechanischer Musikautomaten zu. Sein Klaviertrio opus 22 gilt als erste serielle Komposition eines dänischen Komponisten. Später kehrte er wieder zu einer stärker tonal geprägten Musiksprache zurück. Er komponierte 13 Sinfonien, Instrumentalkonzerte, Opern, Kammermusik, Chorwerke und Lieder. 1964 erhielt er den Kompositionspreis der Stiftung Gaudeamus.

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