> > > Musikwissenschaftler entdeckt unbekanntes Manuskript von Carl Loewe
Montag, 27. Mai 2019

Carl Loewe, © Unbekannt

Carl Loewe, © Unbekannt

Handschrift in Diözesanbibliothek soll in Münster entstanden sein

Musikwissenschaftler entdeckt unbekanntes Manuskript von Carl Loewe

Münster, . In Münster ist eine bislang unentdeckte Handschrift des Komponisten Carl Loewe gefunden worden. Der Musikwissenschaftler Franz Josef Ratte entdeckte während einer Projektarbeit in der Diözesanbibliothek unter einigen Kompositionen eine Original-Notenhandschrift. Es handelt sich dabei um einen "Preußischen Rundgesang" für Männerchöre, gewidmet König Friedrich Wilhelm III. Ratte selbst hatte das Manuskript als Original erkannt, da ihm Übereinstimmungen im Schriftbild mit ihm bekannten Handschriften des Musikers auffielen. Eine Prüfung kam zum gleichen Ergebnis. Der Weg der Noten in die Bibliothek ist derzeit noch unklar, entstanden sein sollen sie jedoch während eines Aufenthaltes Loewes in Münster.

Carl Loewe wurde am 30. November 1796 in Löbejün in Sachsen-Anhalt als Sohn eines Kantors und Organisten geboren. In der Familie wurde er musikalisch erzogen, von 1807 bis 1809 sang er im Köthener Knabenchor. Durch ein königliches Stipendium konnte er nach Halle auf die Latina August Hermann Francke wechseln. Dort erhielt Loewe Kompositionsunterricht bei Daniel Gottlob Türk. 1816 bewarb er sich in Halle als organist der Marktkirche Unser Lieben Frauen, erhielt die Stelle jedoch nicht. Stattdessen schrieb er sich an der Universität der Stadt für ein Studium der Evangelischen Theologie ein. Nebenher komponierte er fast fünfzig Stücke. Nach dem Studium legte er einige Prüfungen ab und Wurde Kantor und Organist der Jakobikirche in Stettin. Außerdem arbeitete er als Gymnasiallehrer sowie in der Lehrerausbildung und als Musikdirektor. Während seiner 46 Jahre in Stettin gründete er auch den Pommerschen Chorverband, welcher unter anderem Musikfeste organisierte. 1837 wurde er Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Insgesamt schuf Loewe etwa 500 Balladen, siebzehn Oratorien, sechs Opern sowie zwei Sinfonien. Nach einem Schlaganfall verließ er Stettin, um bei seiner Tochter in Kiel zu leben. Dort starb er am 20. April 1869.

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