> > > Mailänder Scala: Doch kein Geld aus Saudi-Arabien
Mittwoch, 26. Juni 2019

Opernhaus will bereits erhaltene Finanzmittel zurückzahlen

Mailänder Scala: Doch kein Geld aus Saudi-Arabien

Mailand, . Der Aufsichtsrat der Mailänder Scala hat in seiner letzten Sitzung den Zukunftsplänen des Intendanten Alexander Pereira eine Absage erteilt. Dieser hatte geplant, im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung des Hauses den saudi-arabischen Kulturminister Prinz Badr bin Farhan Al Saud in den Aufsichtsrat aufzunehmen (klassik.com berichtete). Mit ihm hätte Saudi-Arabien Einfluss auf die Scala erhalten, was in der italienischen Politik aufgrund der Menschenrechtslage in dem erzkonservativen islamischen Königreich von allen Seiten für Proteste und Empörung gesorgt hatte. Zuletzt hatte der Mord an Regimekritiker Jamal Khashoggi weltweit für Entsetzen gesorgt.

Trotz der Niederlage wird Intendant Pereira Medienberichten zufolge bis Ende seiner Vertragslaufzeit 2020 im Amt bleiben. Die rund drei Millionen Dollar, die das Opernhaus bereits aus Saudi Arabien erhalten hat, werden zurückgegeben. Insgesamt waren für einen Zeitraum von fünf Jahren 15 Millionen Dollar ausgehandelt worden.

Das Teatro alla Scala, auch Mailänder Scala genannt, wurde 1778 als Nachfolgebau des Teatro Regio Ducale eröffnet. Für den Neubau ließ Maria Theresia die Kirche Santa Maria alla Scala abreißen. Nachdem das Haus im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, gelang der Wiederaufbau in kürzester Zeit, sodass es im Mai 1946 wiedereröffnet werden konnte. Durch den überhasteten Wiederaufbau wurden jedoch umfangreiche Sanierungen notwendig, die von 2001 bis 2004 unter der Leitung von Mario Botta durchgeführt wurden. Dabei wurde die Akustik und Bühnentechnik auf den neuesten Stand gebracht, während die ursprüngliche Inneneinrichtung wieder hergestellt werden konnte. Intendant ist Alexander Pereira, Musikdirektor ist Riccardo Chailly.

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