> > > Sammartini-Oper in österreichischem Musikarchiv entdeckt
Montag, 24. Juni 2019

Giovanni Battista Sammartini (1775), © Donino Riccardi

Giovanni Battista Sammartini (1775), © Donino Riccardi

Oper wurde 1732 in Wien uraufgeführt

Sammartini-Oper in österreichischem Musikarchiv entdeckt

Heiligenkreuz, . Bei Recherchen hat die Österreichische Akademie der Wissenschaften im Musikarchiv des Stifts Heiligenkreuz das weltweit einzige bekannte Exemplar der Oper "Memet" von Giovanni Battista Sammartini entdeckt. Die dreiteilige Oper war im Jahr 1732 im Theater am Kärntner Tor in Wien uraufgeführt worden. Nach Heiligenkreuz kamen die Manuskripte durch die Sammlung von Georg Reutter, dem Vater von Zisterzienserabt Marian Reutter (1734-1805) und haben bis heute ohne Schaden die Zeiten überdauert.

Giovanni Battista Sammartini stammt aus Mailand und war der Sohn des französischen Oboisten Alexis Saint-Martin. Zu Lebzeiten der maßgebliche Komponist seiner Heimatstadt, gilt er auch als einer der größten Komponisten des italienischen Barocks. Sein Bruder Giuseppe Sammartini (der "Londoner" Samartini), mit dem er häufig verwechselt wird, war ebenfalls Komponist und hauptsächlich in London tätig. Er war u.a. Kapellmeister an Sant’Ambrogio und Organist an einigen weiteren Kirchen und beeinflusste mit seinem Stil Christoph Willibald Gluck, den er um 1740 unterrichtete. Andere Schüler waren Christian Cannabich und Josef Myslivecek. Gegen Ende seines Lebens erlebte er die Auftritte Wolfgang Amadeus Mozarts in Mailand auf dessen erster Italienreise. Mit weiteren zeitgenössischen Komponisten, darunter Johann Christian Bach und Luigi Boccherini, pflegte er persönlichen Kontakt. Sammartini schrieb vermutlich mehr als 1.000 Werke, darunter mehr als 70 Sinfonien, 3 Opern und 10 Konzerte. Er gehörte zu den ersten Komponisten, die Streichquartette und -quintette (ohne Continuobegleitung) komponierten. Darüber hinaus verfasste er Concerti grossi, Kirchenmusik, Kantaten, Kammermusik und Sonaten für Cembalo. Sammartini starb am 15. Januar 1775 in Mailand.

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