> > > Erasmuspreis für Komponist John Adams
Donnerstag, 21. März 2019

John Adams, © Riccardo Musacchio

John Adams, © Riccardo Musacchio

Auszeichnung ist mit 150.000 Euro dotiert

Erasmuspreis für Komponist John Adams

Amsterdam, . Die Stiftung Praemium Erasmianum aus Amsterdam zeichnet den amerikanischen Komponisten und Dirigenten John Adams mit dem Erasmuspreis 2019 aus. Das Thema des diesjährigen Erasmuspreises lautete "Composing for today".

Adams erhalte den Erasmuspreis, weil er durch die Fusion von Elementen aus Jazz, Pop und Klassik ein neues musikalisches Idiom geschaffen habe. Laut Jury sei es Adams gelungen, "zeitgenössische klassische Musik 'rüberzubringen' und zu kommunizieren, wichtig in einer Zeit, in der sich dieses Genre zunehmend schwer tut, eine Anhängerschaft zu finden". Adams, der sich durch den humanistischen Charakter seiner Themen auszeichne, setze sich darüber hinaus in seinem Werk oft mit gesellschaftlichen Themen auseinander und lege seine Gedanken über die soziale Funktion der klassischen Musik auch schriftlich nieder. Damit mache er musikalisch und intellektuell auf die Bedeutung der klassischen Musik in unserer Zeit aufmerksam und spiegele die Grundsätze des erasmischen Denkens wider, das die Stiftung bewahren will.

John Adams blickt auf ein umfangreiches Lebenswerk, das Kammermusik, Orchesterkomposition und Oper umfasst. Seine musikalischen Wurzeln liegen in Neuengland (USA), aktuell lebt und arbeitet er jedoch in Kalifornien. Er wuchs mit den Big Bands auf, in denen sein Vater spielte, und den Musicals, die seine Mutter sang. Sein großes Idol war Mozart, aber die Musik von Jimi Hendrix, den Beatles und den Beach Boys konnte ihn gleichermaßen begeistern. Adams komponierte bereits im Alter von 10 Jahren und studierte später an der Harvard University, wo er sich von der Inflexibilität und Atonalität der Nachkriegskomponisten distanzierte und dem Minimalismus zuwandte, der sich zu dieser Zeit herausbildete. Ein Markenzeichen seiner Arbeit ist die Fusion von 'westlichen' Musiktraditionen und Popkultur - Minimal Music in erster Linie, aber auch Pop und Jazz. Berühmtheit erlangte Adams durch seine Musiktheaterproduktionen - er arbeitete viele Jahre lang zusammen mit Regisseur Peter Sellars - in denen er sich regelmäßig mit sensiblen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Seine bekanntesten Orchesterkompositionen sind Shaker Loops (1978), Harmonielehre (1985), Short Ride in a Fast Machine (1986), Chamber Symphony (1992) und Naive and Sentimental Music (1999). Zu seinen Opern zählen unter anderem Nixon in China (1987), The Death of Klinghoffer (1991) und Doctor Atomic (2005). 2002 verfasste er zum Gedenken an die Opfer des Anschlags auf das World Trade Center das Werk "On the Transmigration of Souls", wofür ihm der Pulitzer-Preis für Musik verliehen wurde. Zu seinen aktuellen Arbeiten gehören das Saxophone Concerto (2013) als Ode an die Jazz-Saxophonisten John Coltrane, Eric Dolphy und Wayne Shorter, und das Oratorium "The Gospel According to the Other Mary" (2013). 2015 feierte ein neues Violinkonzert mit dem Titel "Scheherazade.2" Premiere, mit dem Adams auf die Unterdrückung von Frauen auf der ganzen Welt aufmerksam macht. Adams, der für seine Arbeit bereits mit mehreren Grammys und dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet wurde, hat außerdem eine Ehrendoktorwürde von Harvard, Yale und der Royal Academy of Music inne.

Der Erasmuspreis wird jährlich an Personen oder Institutionen verliehen, die einen außerordentlich wichtigen Beitrag im geisteswissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen oder kulturellen Bereich geleistet haben. Schirmherr der Stiftung ist Seine Majestät, der König. Der mit 150.000 Euro dotierte Preis wird im November 2019 überreicht. Die Stiftung richtet anlässlich der Verleihung des Erasmuspreises ein vielfältiges Programm mit Veranstaltungen zu den Arbeiten von John Adams aus.

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