> > > Theater Rostock: Bundesgerichtshof weist Beschwerde ab
Montag, 24. Juni 2019

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Volkstheater Rostock, © Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock, © Volkstheater Rostock

Kündigung des Ex-Intendanten war nicht rechtens

Theater Rostock: Bundesgerichtshof weist Beschwerde ab

Rostock, . Ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe hat den Streit zwischen dem Volkstheater Rostock und dessen Ex-Intendanten Sewan Latchinian beendet. Das Gericht ließ wie zuvor das Oberlandgericht keine Revision zu, wodurch das Urteil des Landgerichts Rostock nun rechtlich verbindlich ist. Dieses hatte im vergangenen Jahr zugunsten von Latchinian entschieden und seine Entlassung als nicht rechtens festgestellt. Dem Bundesgerichtshof zufolge beläuft sich der Streitwert auf 288.000 Euro. Das Theater hatte zuvor eine Abfindung in Höhe von 150.000 Euro abgelehnt.

Grund für die Abberufung des Intendanten im Juni 2016 war nach Ansicht der Hansestadt Rostock ein gestörtes Vertrauensverhältnis, das in der angeblichen Weitergabe vertraulicher Informationen begründet gewesen sei. Damit hätte Latchinian dem Ansehen des Theaters geschadet. Über die Weitergabe interner Informationen hinaus habe Sewan Latchinian den geplanten Umstrukturierungsprozess am Volkstheater behindert; auch die Vorbereitung der nächsten Spielzeit sei unzureichend gewesen. Der damalige Intendant war auch dafür kritisiert worden, mutmaßlich die Umstrukturierung des Volkstheaters Rostock im Zuge der organisatorischen Neugestaltung der Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu behindern. Bereits 2015 war Latchinian zeitweilig als Intendant entlassen worden, nachdem er die Kulturpolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit der Kulturzerstörung der IS-Terroristen verglichen hatte. Das Gericht sah seine Aussagen allerdings durch die Kunst- und Meinungsfreiheit für rechtens an.

Sewan Latchinian (*1961 in Leipzig) absolvierte von 1981 bis 1985 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Anschließend erhielt er ein Schauspielengagement am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Im Jahr 1986 erfolgte sein Debüt als Dramatiker mit dem Theaterstück "Grabbes Grab". Von 1988 bis 1997 war er als Schauspieler am Deutschen Theater Berlin engagiert. Seit 1993 machte er Regiearbeiten an den Schauspielhäusern Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Leipzig, am Staatstheater Cottbus, am Deutschen Theater Berlin sowie am Münchner Volkstheater. Am Rheinischen Landestheater Neuss wirkte er von 1997 bis 2003 als Oberspielleiter. Seit 2004 war er Intendant der Neuen Bühne Senftenberg. Von 2007 bis 2014 war Sewan Latchinian Mitglied im Vorstand der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins (seit 2010 stellvertretender Vorsitzender). Sein freiwilliger Austritt im Januar 2014 geschah aus Protest gegen den Tarifabschluss für die Orchester im Jahr 2013, der eine Steigerung um 8,9 Prozent vorsah und in dessen Zusammenhang das Volkstheater Rostock im Dezember 2013 aus dem Deutschen Bühnenverein ausgetreten ist. Seit der Spielzeit 2014/15 war er Intendant des Volkstheaters Rostock.

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