> > > Blasphemie-Vorwürfe an Mailänder Scala
Mittwoch, 12. Dezember 2018

Bürgermeister fordert Streichung einer Szene

Blasphemie-Vorwürfe an Mailänder Scala

Mailand, . An der Mailänder Scala steht zur Saisoneröffnung die Verdi-Oper "Attila" in der Kritik. Die Premiere der Inszenierung von Regisseur Davide Livermore wird Dirigent Riccardo Chailly leiten, die Titelrolle wird von dem russischen Bass Ildar Abdrazakov übernommen, die weibliche Hauptrolle von der Spanierin Saioa Hernández.

Ein Brief des Bürgermeisters der lombardischen Gemeinde Cenate Sotto, Giosue Berbenni, bittet Scala-Intendanten Alexander Pereira um eine Veränderung des Stückes. Bei der kritisierten Szene handelt sich um die Darstellung einer Frau, die in einem Bordell eine Marienstatue zu Boden wirft. Der Bürgermeister betonte als Gläubiger und Musiker, dass die Streichung der "blasphemischen Szene" notwendig sei, da weder die Scala, noch Verdi, noch Italien sie so verdient hätten. Darüber hinaus forderten Umweltschützer Livermore dazu auf, keine Pferde auf die Bühne zu bringen. Der Regisseur erwiderte, dass den Tieren, die für zwei Szenen benötigt werden, kein Leid geschehe und sie Bühnenauftritte gewöhnt seien.

Das Teatro alla Scala, auch Mailänder Scala genannt, wurde 1778 als Nachfolgebau des Teatro Regio Ducale eröffnet. Für den Neubau ließ Maria Theresia die Kirche Santa Maria alla Scala abreißen. Nachdem das Haus im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, gelang der Wiederaufbau in kürzester Zeit, sodass es im Mai 1946 wiedereröffnet werden konnte. Durch den überhasteten Wiederaufbau wurden jedoch umfangreiche Sanierungen notwendig, die von 2001 bis 2004 unter der Leitung von Mario Botta durchgeführt wurden. Dabei wurde die Akustik und Bühnentechnik auf den neuesten Stand gebracht, während die ursprüngliche Inneneinrichtung wieder hergestellt werden konnte. Intendant ist zurzeit Alexander Pereira, Musikdirektor ist Riccardo Chailly.

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