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Donnerstag, 22. August 2019

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Beitrag des Senders verstößt gegen Objektivitätsgebot

Festspiele Erl: ORF zu Widerruf verdonnert

Erl, . Der österreichische Fernsehsender ORF muss einen Beitrag über die Festspiele Erl korrigieren, der ORF hatte zuvor gegen das Objektivitätsgebot verstoßen. Im Mai 2018 war in der Reihe "Seitenblicke" ein Interview bei Ex-Intendant Gustav Kuhn in seiner Musikakademie in der Toskana ausgestrahlt worden. Der Blogger Markus Wilhelm, welcher durch Artikel über Korruption, Ausbeutung, "moderne Sklaverei", sexuelle Nötigung und Vergewaltigung und den Verstößen gegen das Arbeiterschutzgesetz bei den Festspielen Erl und durch Gustav Kuhn die Diskussion über die Festspiele ins Rollen gebracht hatte, war darin mit "haltlosen Anschuldigungen" überzogen worden, er selbst durfte sich allerdings gegen die Vorwürfe nicht äußern. Dies verletze laut der zuständigen Medienbehörde zufolge das Gebot des Senders, Themen objektiv darzustellen. Die Beschwerde gegen den Beitrag hatte Wilhelm selbst eingereicht.

Gustav Kuhn wurde am 28. August 1945 in Turrach in der Steiermark geboren. Er studierte Dirigieren bei Gerhard Wimberger, Hans Swarowsky, Bruno Maderna und Herbert von Karajan an den Musikhochschulen von Salzburg und Wien. Gleichzeitig promovierte er in den Fächern Philosophie, Psychologie und Psychopathologie. Mit 24 Jahren gewann er den ersten Preis beim Dirigierwettbewerb des ORF, zudem erhielt er die Lilli-Lehmann-Medaille der Universität Mozarteum. Von 1970 bis 1979 war er zunächst Chordirektor und Dirigent am Opernhaus in Istanbul, dann erster Kapellmeister am Opernhaus Dortmund. Zudem gründete er 1974 das Institut für aleatorische Musik in Salzburg und debütierte in den folgenden Jahren an zahlreichen größeren Häusern weltweit. Im Jahr 1979 wurde er Generalmusikdirektor in Bern, anschließend war er von 1983 bis 1985 in gleicher Position in Bonn tätig. In der Folge wurde er zum Chefdirigenten des Teatro dell'Opera in Rom und später zum künstlerischen Leiter des Teatro di San Carlo in Neapel ernannt. Seit 1987 ist er außerdem künstlerischer Leiter des internationalen Gesangswettbewerbes Neue Stimmen und hatte von 1990 bis 1994 die Leitung des Festivals in Macerata inne. 1992 gründete er die Accademia di Montegral in Lucca und 1997 die Tiroler Festspiele Erl. Parallel ist er als Regisseur und Komponist tätig; seine Kompositionen umfassen Orchesterwerke, Messen und Solostücke.

Die Tiroler Festspiele Erl wurden 1997 vom Dirigenten und Regisseur Gustav Kuhn ins Leben gerufen und haben sich seither zu einem internationalen Musikfestival entwickelt. Neben dem Hauptfestival im Sommer findet seit dem Jahr 2012 auch eine Wintersaison in einem eigens dafür errichteten Festspielhaus statt. Dieses wurde von dem Wiener Architektenbüro "Delugan Meissel" entworfen und bietet Patz für 862 Besucher. Neben dem Hauptfestival im Sommer findet seit dem Jahr 2012 auch eine Wintersaison in einem eigens dafür errichteten Festspielhaus statt. Nach Kuhns Rücktritt aufgrund der Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe werden die Aufführungen im kommenden Jahr durch wechselnde Dirigenten übernommen.

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