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Freitag, 15. Februar 2019

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Brief an Maria und Theodor Kirchner, © Brahms-Institut Lübeck

Brief an Maria und Theodor Kirchner, © Brahms-Institut Lübeck

Schreiben wurde in amerikanischem Antiquariat entdeckt

Brahms-Institut erwirbt Post von Johannes Brahms

Lübeck, . Das Brahms-Institut der Musikhochschule Lübeck hat einen bisher nicht veröffentlichten Brief des Komponisten erworben. Das Schreiben ist auf den 14. Oktober 1868 datiert und umfasst drei Seiten. Der 35-jährige Johannes Brahms gratuliert darin der Sängerin Maria Schmidt zu ihrer Hochzeit mit dem Komponisten und Pianisten Theodor Kirchner. Brahms hatte die beiden Künstler zuvor einander vorgestellt. Der Brief erreichte seine Empfängerin erst im zweiten Anlauf 1869, nachdem er zuvor von der Post an Brahms zurück gesendet worden war. Aufgetaucht war das Schreiben in einem amerikanischen Antiquariat.

Prof. Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts, hob hervor, wie gut sich der Brief in die Lübecker Sammlung einfüge. Diese enthält neben den Brahms-Schriften auch einen Teilnachlass von Theodor Kirchner. "Das Schreiben zeigt, wie virtuos der immer wieder als schreibfaul dargestellte Brahms die Gattung Brief in Wirklichkeit beherrschte."

Der Brief ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in das Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis eingetragen worden. Dieses listet Briefe von und an den Komponisten chronologisch-systematisch und soll als Grundlage für eine neue Edition des Brahms-Briefwechsels dienen. Bislang fasst der Korpus 10.871 Schriftstücke, von denen 6.825 aus Brahms‘ Feder stammen und an über 1.000 Empfänger gerichtet sind. Sandberger: "Sie zeigen ihn als einen der großen Briefschreiber des 19. Jahrhunderts, als einen Meister der Ironie, Maskierung und Verschleierung."

Johannes Brahms wurde am 7. Mai 1833 als Sohn eines Musikers in Hamburg geboren und lebte während seiner Kindheit in ärmlichen Verhältnissen. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er im Jahr 1840 und gab sein Debüt als Pianist drei Jahre später. Bereits im Alter von 13 Jahren trug Brahms als Pianist zum Lebensunterhalt bei. Im Jahr 1858 wurde Brahms Hofmusikdirektor am Fürstenhof zu Detmold, lernte im gleichen Jahr Agathe von Siebold kennen und verlobte sich mit ihr, hielt sein Eheversprechen allerdings nicht ein. Weitere Engagements als Leiter des Frauenchors in Hamburg und als Pianist folgten. Zwischen 1863 und 1864 wurde er Chef der Singakademie in Wien, wo er sich auch endgültig niederließ. Von 1872 bis 1875 übernahm Brahms als Dirigenten die Leitung der Gesellschaftskonzerte der Musikfreunde. 1878 trat er seine erste Italienreise an. Ausgezeichnet wurde Brahms unter anderem mit der Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Künste und 1886 als Ehrenpräsident des Wiener Tonkünstlervereins sowie als Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Hamburg. Von den Universitäten Cambridge und Breslau erhielt er die Ehrendoktorwürde. Johannes Brahms starb am 3. April 1897 in Wien.

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