> > > Nordrhein-Westfalen erhält ein Opernstudio
Freitag, 15. Februar 2019

Robin Phillips, Michael Schulz, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Heribert Germeshausen, Hein Mulders, Berthold Schneider, © Theater und Philharmonie Essen

Robin Phillips, Michael Schulz, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Heribert Germeshausen, Hein Mulders, Berthold Schneider, © Theater und Philharmonie Essen

Vier Opernhäuser fördern künftig den Sänger-Nachwuchs

Nordrhein-Westfalen erhält ein Opernstudio

Essen, . Das Land Nordrhein-Westfalen hat in Zusammenarbeit mit vier ansässigen Opernhäusern ein Förderprojekt für junge Sänger ins Leben gerufen. Das "Opernstudio NRW" soll Sängern nach Abschluss ihres Studiums künftig den Einstieg in den Beruf erleichtern. Angeschlossen haben sich dem Projekt das Theater Dortmund, das Aalto-Musiktheater Essen, das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und die Oper Wuppertal. Außerdem wird mit der Hochschule für Musik und Tanz in Köln sowie der Folkwang Universität der Künste Essen zusammen gearbeitet. Das Opernstudio bietet für einen Zeitraum von zwei Jahren Anstellungen für sieben Sänger und einen Korrepetitor. Sie wirken während dieser Zeit bei professionellen Produktionen der vier Opernhäuser mit und erarbeiten sich zusätzlich eine eigene Produktion. Unterstützt werden sie dabei von Coaches, Regisseuren, Dirigenten und Orchestern. Ebenso erhalten sie neben dem Rollenstudium Bewegungstraining, Sprachkurse und Schauspielunterricht. Darüber hinaus sollen auch Meisterkurse von Gastdozenten angeboten werden. Ansprechen will das Opernstudio NRW mit den Förder- und Integrationsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt Hochschulabsolventen unter 30 Jahren, beginnen soll das Projekt im September 2019.

Kultur- und Wirtschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) lobte anläßlich der Vorstellung des Projektes das Engagement der vier Opernhäuser und beschrieb das neue Opernstudio als "wichtiges Bindeglied zwischen der Ausbildung in den Kunsthochschulen und der professionellen Laufbahn". Hein Mulders, Intendant des Aalto-Musiktheaters, hob das Bedürfnis der dichten Opernlandschaft im Ruhrgebiet nach Nachwuchsförderung hervor; in der Region liegen 15 Opernhäuser nicht weit voneinander entfernt.

Zu den beteiligten Einrichtungen:

Eröffnet im Jahre 1966 auf Initiative der Dortmunder Bürgerschaft, gehört die Oper Dortmund nicht nur zu den größten Opernhäusern im deutschsprachigen Raum, sondern zu den bedeutendsten Bauwerken neuerer Architektur in Nordrhein-Westfalen und ist eine der renommiertesten Kulturinstitutionen im deutschen Westen. Mit der "Jungen Oper" besteht ein für junge Menschen eigenständiger Bereich für modernes Musiktheater, 2018 wird zudem Deutschlands erste Bürgeroper gegründet: We DO opera!

Das Essener Aalto-Theater wurde 1988 eröffnet und bringt derzeit jährlich fünf bis sechs Premieren heraus, die von mehr als zehn Wiederaufnahmen flankiert werden. Mit den Essener Philharmonikern steht dem Haus ein vielseitiger Klangkörper zur Verfügung. Entsprechend den Dimensionen des Hauses - die Aalto-Bühne ist eine der größten Deutschlands – stehen im Mittelpunkt der Programmgestaltung die sinfonisch groß besetzten "Klassiker" des Opernrepertoires, wobei sich unter Intendant Hein Mulders und Generalmusikdirektor Tomáš Netopil zusätzliche Schwerpunkte im slawischen Repertoire und der Mozart-Pflege entwickelt haben.

Das Musiktheater im Revier (MiR), bestehend aus Großem Haus mit 1000 Plätzen und Kleinem Haus mit 300 Plätzen, gilt seit seiner Eröffnung 1959 als einer der visionärsten und schönsten Theaterbauten in Deutschland. Viele große Künstler wie Marilyn Horne, Torsten Kerl, Burkhard Fritz oder Christian Thielemann haben ihre Karriere an diesem Haus begonnen. Der Spielplan umfasst vom Barock bis zur zeitgenössischen Oper alles, was das musikalische Theater zu bieten hat: Starke Ästhetiken, außergewöhnliche Konzepte und Große Oper sind Garanten einer überregionalen Wertschätzung des Hauses. Mit der Neuen Philharmonie Westfalen hat das MiR das größte Orchester in Nordrhein-Westfalen als musikalischen Partner an seiner Seite.

Seit mehr als hundert Jahren blickt die Oper Wuppertal baulich wie auch künstlerisch auf eine wechselvolle Geschichte zurück. 1905 errichtet, wurde das Haus im Jahr 2009 umfangreich saniert. Mit einem festen Ensemble und einem Programm, das sich der Stadt und ihrer Gesellschaft zugewendet zeigt, befindet sich die Oper Wuppertal in einer Aufbruchsstimmung. "Oper im Bewusstsein der Lebenswelt des 21. Jahrhunderts zu machen – das ist unser Anspruch", so Intendant Berthold Schneider. Internationale Beachtung fanden Produktionen der Oper Wuppertal u. a. mit Timofei Kuljabins Inszenierung von Verdis "Rigoletto" oder experimentelle Aufführungen wie "Surrogate Cities/Götterdämmerung" von Heiner Goebbels/Richard Wagner und "AscheMOND" von Helmut Oehring. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist die international gefragte Dirigentin Julia Jones Generalmusikdirektorin der Oper Wuppertal.

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