> > > Prozess gegen Regisseur Serebrennikow hat begonnen
Samstag, 19. Januar 2019

Theatermacher sollen Fördergelder veruntreut haben

Prozess gegen Regisseur Serebrennikow hat begonnen

Moskau, . In Moskau hat der Prozess gegen Kirill Serebrennikow und seine ehemaligen Mitarbeiter begonnen. Der russische Staat wirft den Theatermachern des "7. Studios" vor, Fördergelder in Höhe von fast drei Millionen Euro veruntreut zu haben. Über ein Jahr Hausarrest hat der Regisseur schon hinter sich.

Der zuständige Staatsanwalt führte in seiner Anklageverlesung über anderthalb Stunden zahlreiche Details der Buchhaltung des Theater-Projekts aus und warf Serebrennikow vor, er habe mit den ebenfalls angeklagten Sofia Apfelbaum, Alexej Malobrodskij und Jurij Itin 2011 das Theaterprojekt "Plattform" als kriminelle Vereinigung gegründet mit dem Plan, staatliche Fördermittel zu unterschlagen. Apfelbaum soll als Mitarbeiterin des Kulturministeriums die Gelder vergeben haben, die Malobrodskij und Itin als Produzenten des Projekts mit Serebrennikow als künstlerischem Leiter ausgaben.

Bei seiner ersten Berufung in den Zeugenstand legte Serebrennikow die Entstehung und Geschichte des „7. Studios“ dar und wer dort für die Buchhaltung verantwortlich war. Dass Geld verschwunden war, hatten die Leiter des Projekts im Herbst 2014 selbst festgestellt. Bei einer internen Prüfung war damals aufgefallen, dass für das Jahr 2014 insgesamt etwa fünf Millionen Rubel fehlten, nach damaligem Kurs etwa 100 000 Euro. Die damalige Buchhalterin Nina Masljajewa hätte zwar zugegeben, Geld veruntreut zu haben. Eine Anzeige durch die Leitung des Theater erfolgte allerdings nicht. Stattdessen hätte die Produzentin Jekaterina Woronowa entschieden, die komplette Dokumentation zu vernichten. Nach den ersten Festnahmen setzte sich Woronowa ins Ausland ab und wird nun per Haftbefehl gesucht. Buchhalterin Masljajewa dagegen kooperiert mit der Staatsanwaltschaft und arbeite als Belastungszeugin mit den Ermittlern zusammen.

Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft. Ein Zusammenhang zwischen dem Fall und Serebrennikows provokanten Inszenierungen und kritischen Ansichten wurde vom Kulturministerium mehrfach verneint.

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