> > > Faust-Theaterpreis für Tobias Kratzer und Aribert Reimann
Samstag, 19. Januar 2019

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Komponist Aribert Reimann, © Gaby Gerster

Komponist Aribert Reimann, © Gaby Gerster

Sänger Matthias Klink als bester Sängerdarsteller geehrt

Faust-Theaterpreis für Tobias Kratzer und Aribert Reimann

Köln, . Bei der 13. Preisverleihung des deutschen Theaterpreises "Der Faust" im Theater Regensburg sind der Regisseur Tobias Kratzer und der Komponist Aribert Reimann ausgezeichnet worden. Reimann erhielt den Preis für sein Lebenswerk, Kratzer für seine Inszenierung von Richard Wagners Götterdämmerung am Staatstheater Karlsruhe. Matthias Klink wurde in der Kategorie Sängerdarsteller für seine Rolle des Gustav von Aschenbach in „Tod in Venedig“ (Staatoper Stuttgart) geehrt. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich auch Prof. Dr. Marion Kiechle, Bayerische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, sowie die Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer.

Die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Regie Musiktheater" begründete die Jury wie folgt: „Kratzers Götterdämmerung am Badischen Staatstheater Karlsruhe zeigt eine seltene konzeptuelle Stimmigkeit und Genauigkeit. Trotz der Schwere Wagners gelingt ihm eine Leichtigkeit der Inszenierung, die die Musik scheinbar tanzen lässt. Seine Regie sprüht vor Ideen, die aber niemals Selbstzweck sind, sondern von spielerischer Leichtigkeit und gleichwohl interpretatorischer Ernsthaftigkeit. Mittels einer hervorragenden Sängerführung gelangt Kratzer so zu einer ungeheuren darstellenden Intensität. Er reflektiert die Sparte Oper auf einer Metaebene ohne dabei selbstreferentiell zu werden und entwickelt eine Figurenhandlung, die uns nachvollziehbare Menschen auf der Bühne zeigt. Tobias Kratzer ist mit dieser Inszenierung eine starke Setzung, ein ein absolut eigenständiges Statement gelungen.“

Die Laudatio auf Ehrenpreisträger Reimann hielt die Journalistin Dr. Eleonore Büning. „Es ist mir eine große Ehre und Freude den FAUST 2018 für das Lebenswerk zu erhalten, und ich freue mich sehr in Regensburg zu sein, um bei der Veranstaltung im Velodrom mit allen Preisträgern, Opern- und Theaterfreunden zu feiern", so Aribert Reimann.

Aribert Reimann wurde am 4. März 1936 in Berlin geboren. Erste Kompositionen entstanden im Alter von zehn Jahren. Während seines Studiums in Kontrapunkt und Klavier bei Boris Blacher und Ernst Pepping arbeitete er als Korrepetitor an der Städtischen Oper Berlin. An der Universität Wien studierte er Musikwissenschaft. Nachdem er bereits Anfang der 70er-Jahre Mitglied der Akademie der Künste Berlin geworden war, hatte er von 1983 bis 1998 eine Professur an der Hochschule der Künste inne. Reimanns umfangreiches kompositorisches Schaffen umfasst Kammermusik, Orchesterwerke, besonders aber Vokalmusik und (Literatur-) Opern. Zu seinen bekanntesten Werken dieser Gattung zählen "Ein Traumspiel" (1965, nach Strindberg), "Lear" (1978, nach Shakespeare), "Troades" (1986, nach Werfel), "Das Schloss" (1992, nach Kafka) und "Medea" (2010, nach Grillparzer). 1988 stiftete er den Busoni-Kompositionspreis, mit dem die Berliner Akademie der Künste Nachwuchskomponisten fördert. Unter den zahlreichen Preisen und Auszeichnungen, die Aribert Reimann erhalten hat, sind vor allem das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland sowie mit der Verdienstorden des Landes Berlin, der Frankfurter Musikpreis und der Bayrische Maximiliansorden zu nennen. Reimann ist Träger des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste und des Ernst von Siemens Musikpreises.

Der Deutsche Theaterpreis "Der Faust" ist ein 2006 ins Leben gerufener nationaler, undotierter Theaterpreis. Verliehen wird er an Kulturschaffende, deren Arbeit sich als wegweisend für das deutsche Theater zeigt. Er wird in Kooperation mit der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und einem jährlich wechselnden Bundesland vergeben, in diesem Jahr Bayern. Finanziert wird die Veranstaltung vom Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, der Kulturstiftung der Länder und dem Deutschen Bühnenverein. "Der Faust" wurde in der Kategorie Lebenswerk unter anderem bereits an die Schauspielerin Inge Kelle, den Dramatiker Tankred Dorst, den Dirigenten Michael Gielen, den Schriftsteller George Tabori sowie die Choreografin Pina Bausch verliehen. Über die Preisträger hat in diesem Jahr eine Jury bestehend aus fünf Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste entschieden: Jürgen Flügge (Theaterakademie Mannheim), Prof. Regina Guhl (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Peter Michalzik (Journalist), Barbara Mundel (Regisseurin) und Sylvana Seddig (Schauspielerin).

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