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Dienstag, 26. März 2019

Interessierte sollen Gedanken hinter Musik verstehen können

Arvo Pärt Zentrum eröffnet

Laulasmaa, . Im estnischen Laulasmaa, 35 Kilometer westlich der Hauptstadt Tallinn und nahe der Ostsee, ist das Arvo Pärt-Zentrum eröffnet worden. Das Zentrum widmet sich dem Leben und Werk des Komponisten, der als einer der meistgespielten lebenden Komponisten gilt. Das Gebäude bietet ein Archiv mit Schriften, audiovisuellen Datenträgern und Skizzen des Komponisten selbst, eine Bibliothek, Lese- und Seminarräume, Ausstellungsflächen und einen Konzertsaal mit 150 Sitzplätzen. Auf Wunsch Pärts wurden auf den 2.400 Quadratmetern Fläche außerdem eine kleine Kapelle und eine 32 Meter hohe Aussichtsplattform errichtet. Besucher können über eine App mehrere Stunden der Musik des Komponisten lauschen, Begleittexte dazu lesen oder akademisches Archivmaterial einsehen, so Pärts Sohn, Michael Pärt, Mitbegründer des Zentrums. Ziel sei, dass Interessierte die Gedanken hinter den Tönen besser verstehen können. Auch Kinderexkursionen werden angeboten.

Der Neubau im Wald wurde vom Staat finanziert und kostete 8,3 Millionen Euro, der Entwurf dafür stammt von den spanischen Architekten Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano.

Arvo Pärt wurde 1935 im estländischen Paide geboren. 1954 begann er ein Musikstudium und arbeitete als Tonmeister beim estnischen Rundfunk. Zwischen 1958 und 1963 studierte er Komposition bei Veljo Tormis und Heino Eller. Wegen der nicht als systemkonform angesehenen modernen Komponierweise und wegen ihres religiösen Gehaltes erregte Pärts Musik den Unwillen der sowjetischen Kulturfunktionäre. 1960 wurde seine Komposition "Nekrolog" offiziell missbilligt. Anfang der 70er Jahre trat der Komponist der russisch-orthodoxen Kirche bei und entwickelte wenige Jahre später den von ihm benannten "Tintinnabuli"-Stil, was soviel bedeutet wie das "Klingen" des Dreiklangs. 1980 emigrierte Pärt zusammen mit seiner Familie auf Druck der Regierung ins Ausland. Der Komponist ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter der Preis der europäischen Kirchenmusik sowie der internationale Brückepreis. Außerdem besitzt er die Ehrendoktorwürde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2011 ist Pärt Mitglied des Päpstlichen Kulturrats.

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