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Samstag, 20. Oktober 2018

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Jörg Widmann, © Marco Borggreve

Jörg Widmann, © Marco Borggreve

Preis ist mit 15.000 Euro dotiert

Robert Schumann-Preis für Komponist Jörg Widmann

Mainz, . Der Klarinettist, Komponist und Dirigent Jörg Widmann erhält für seine Kompositionen den diesjährigen Schumann-Preis für Dichtung und Musik. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird Anfang November in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz verliehen.

Aus Sicht der Jury spreche seine Musik auch "ohne Worte in derselben Beredtheit wie in Werken, die auf Texten gründen." Ebenso hohe Dichtung trügen seine Werke jedoch im Titel: "Fleurs du mal", "Wandrers Nachtlied". Widmann schaffe "aus der tiefen Vertrautheit mit den ihm davidsbündlerisch assoziierten Meister der Vergangenheit wie Gegenwart [...] mit unbezähmbarer Neugier nach Musikorten", welche vor ihm keiner betreten habe. Dabei gelinge es dem Komponisten, zwischen lyrischer Intimität, pathosgeladener Extravertiertheit oder nonsensehaft-skurriler Intensität zu wechseln. Die Sprache des Musikers allein in Tönen sowie "im Surplus der Verbindung von Sprache und Musik" sei ebenso ein Kennzeichen der Musik Robert Schumanns gewesen.

Jörg Widmann wurde 1973 in München geboren. Im Alter von acht Jahren erhielt er ersten Kompositionsunterricht bei Kay Westermann. Später studierte er Klarinette an der Hochschule für Musik in München sowie anschließend an der New Yorker Juilliard School of Music. Im Jahr 1997 erhielt Widmann sein Meisterklassendiplom und setzte im Anschluss seine Studien an der Musikhochschule in Karlsruhe fort. Seit dem Jahr 2001 ist der Komponist und Klarinettist Professor für Klarinette an der Hochschule für Musik Freiburg. 2009 nahm Widmann darüber hinaus eine halbe Professur für Komposition am Institut für Neue Musik der Musikhochschule Freiburg an. Als Klarinettist ist Jörg Widmann immer wieder im In- und Ausland unterwegs, so war er beispielsweise bei den Bamberger Symphonikern, bei den Festivals in Luzern und Grafenegg, beim Tonhalle-Orchester Zürich, in der Carnegie Hall New York und in Wien als Residenzkünstler tätig. Seine Kompositionen wurden bereits von Dirigenten wie Daniel Barenboim, Kent Nagano, Christian Thielemann, Mariss Jansons, Andris Nelsons und Simon Rattle aufgeführt. 2018 war er als erster Komponist des Gewandhaus-Orchesters Leipzig zusätzlich zu seiner Arbeit an einer Uraufführung in einem Porträtkonzert, als Solist und in verschiedenen Kammerorchestern zu erleben.

Der Robert Schumann-Preis wird im Zwei-Jahres-Takt an Künstler mit einem herausragenden Werk auf dem Gebiet der Musik, der Dichtung oder der Musikvermittlung verliehen. Seit 2012 wird er von der Mainzer Strecker-Stiftung finanziert, welche in der interdisziplinären Auslegung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur eine ideale Grundlage für den Preis sieht. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert, frühere Preisträger waren Pierre Boulez, Wolfgang Rihm und Aribert Reimann.

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