> > > Staatstheater Cottbus: Weißer Rauch im Kündigungsstreit mit GMD Christ
Dienstag, 11. Dezember 2018

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Staatstheater Cottbus (Außenansicht), © Manuela Bachmann

Staatstheater Cottbus (Außenansicht), © Manuela Bachmann

Vergleich bringt Einigung zwischen Evan Christ und seinem ehemaligen Arbeitgeber

Staatstheater Cottbus: Weißer Rauch im Kündigungsstreit mit GMD Christ

Cottbus, . Die Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) und Evan Alexis Christ, ehemaliger Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus, haben sich in einem außergerichtlichen Vergleich über die Beendigung von Christs Vertrag geeinigt. Christ hatte sich bei seinem Arbeitgeber mit einer Klage gegen die Kündigung seines Vertrages zur Wehr gesetzt, da sein Vertrag eigentlich noch bis 2024 lief. Vor dem jetzt geschlossenen Vergleich war bereits eine Güteverhandlung fehlgeschlagen, in der Christ fünf Jahresgehälter gefordert hatte, sein damaliger Arbeitgeber allerdings nur ein Jahresgehalt zahlen wollte. Der genaue Inhalt der jetzigen Einigung wurde nicht veröffentlicht. Trotz Komplikationen in der jüngeren Vergangenheit danken die Stiftung sowie die Leitung des Staatstheaters Cottbus Christ für seine zehnjährige künstlerische Tätigkeit: Christs Arbeit, darunter CD-Produktionen, neue Programminnovationen und Konzertformate oder internationale Tourneen, hatte ihm in Cottbus stets Anerkennung eingebracht. 2011 wurde dem Cottbuser Orchester vom deutschen Verlegerverband gar das beste Konzertprogramm aller deutschen Orchester bescheinigt.

Der amerikanische Dirigent des Staatstheaters stand mehrere Monaten in der Kritik, da er Mitglieder des Orchesters und Chors sowie Sänger über lange Zeit terrorisiert haben soll. Die zahlreichen Vorfälle beinhalten aggressives Verhalten bei Proben sowie verbale Ausfälligkeiten. Dies habe zu hohem Druck bei den Musikern geführt. Zuletzt wurde Christ im Rahmen des Konflikts bis zum Ende der Spielzeit 2017/18 beurlaubt. Die Kündigung gegen Studienleiter und Repetitor Frank Bernard, welcher sich zuerst öffentlich über die Missstände geäußert hatte, wurde zurück genommen. Außerdem wurde am Theater eine Beschwerdestelle eingerichtet sowie ein verbindlicher Verhaltenskodex eingeführt.

Evan Christ wurde als Sohn einer Musikerfamilie in Los Angeles geboren und wuchs in Las Vegas auf. Er studierte Mathematik und Komposition an der Harvard University und absolvierte ein Dirigierstudium bei Gert Bahner an der Hochschule für Musik in Leipzig und wurde privat bei Christoph Eschenbach unterrichtet. Von 2003 bis 2005 war er 1. Kapellmeister und Stellvertretender GMD des Mainfranken Theaters Würzburg, von 2005 bis 2008 1. Kapellmeister der Wuppertaler Bühnen. Gleichzeitig war er 2005 bis 2006 kommissarischer GMD des Mainfranken Theaters Würzburg. Evan Christ war ab dem 1. August 2008 Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus. Im Rahmen des Deutschen Dirigentenpreises 2006 wurde er mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Als Gast hat er mit zahlreichen Orchestern zusammengearbeitet. Sein Repertoire reicht von der traditionellen bis zur Zeitgenössischen Musik.

Das Staatstheater Cottbus ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg. Das Vierspartenhaus, nach Entwürfen von Bernhard Sehring erbaut und im Jahr 1908 eröffnet, wurde von 1993 bis 2003 von Christoph Schroth geleitet, danach war Martin Schüler Intendant des Hauses. Generalmusikdirektor Evan Christ hatte sein Amt seit 2008 inne. Das Theater wird jährlich mit ca. 20 Millionen Euro subventioniert, die zu gleichen Anteilen vom Land und der Stadt Cottbus getragen werden. Die Eigeneinnahmen liegen bei rund 2,2 Millionen Euro.

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