> > > Ennio Morricone will keine Filmmusik mehr komponieren
Freitag, 5. März 2021

Künstler will jedoch weiterhin dirigieren

Ennio Morricone will keine Filmmusik mehr komponieren

Mailand, . Der italienische Komponist Ennio Morricone will italienischen Medienberichten zufolge seine Karriere als Filmmusik-Komponist beenden. Kurz vor seinem 90. Geburtstag sei ihm dies zu anstrengend, da er sich mit einem Regisseur abstimmen müsse und viel Verantwortung gegenüber dem Kinopublikum habe. Erst kürzlich habe er drei Filmangebote abgelehnt. Lediglich eine weitere Musik will er für einen Film des italienischen Regisseurs Giuseppe Tornatore komponieren. Morricone hat für über 500 Filme komponiert, darunter viele Hollywood-Klassiker wie "Spiel mir das Lied vom Tod", "Für eine Handvoll Dollar" und "Zwei glorreiche Halunken". Seine Tätigkeit als Dirigent will der Künstler jedoch weiterhin ausüben. Zwei Stunden am Pult zu stehen, belaste ihn nicht. Ende September wird er drei seiner eigenen Stücke mit dem Orchester und dem Chor der römischen Academia Santa Cecilia aufführen.

Morricone wurde 1928 in Rom geboren. Am Konservatorium von Santa Cecilia studierte er Trompete, Chormusik und schließlich Komposition bei Goffredo Petrassi. Seine ersten Engagements erhielt er als Theaterkomponist und mit der Gestaltung des Abendprogramms eines italienischen Rundfunksenders. 1958 wurde er Musikassistent bei der staatlichen Rundfunkanstalt Radiotelevision Italiana, schrieb Arrangements und war als Leiter von Band und Orchester tätig. Seine erste Filmmusik entstand 1961 für Luciano Salces "Il Federale". Für seine Musik zu Sergio Leones Filmen "Für eine Handvoll Doller", "Zwei glorreiche Halunken" und "Spiel mir das Lied vom Tod" erlangte er internationalen Ruhm. Mit seinen ungewöhnlichen Soundelementen wie Pfiffen, Schreien, Spieluhren, Kojotengeheul, Eulenrufen und Maultrommeln unterschieden sich seine Partituren von den traditionellen symphonischen Western-Soundtracks aus Hollywood. In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb Morricone über 500 Filmmusiken. In Hollywood wurde er dafür bereits sieben Mal für den Oscar nominiert. Er gewann 2016 für „The Hateful Eight“ die Auszeichnung für die beste Filmmusik und 2007 den Honorary Award der Academy für sein Lebenswerk. Neben Film-und Bühnenmusik komponierte er auch Kammermusikwerke, Kantaten und Messen. 1984 gründete Morricone in Rom das I.R.T.E.M, eine Forschungsinstitution für musikalisches Theater.

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