> > > Gericht verlängert erneut Hausarrest für Regisseur Kirill Serebrennikow
Freitag, 22. Februar 2019

Regisseur dennoch an Zürcher Operninszenierung beteiligt

Gericht verlängert erneut Hausarrest für Regisseur Kirill Serebrennikow

Moskau, . Der Hausarrest des Theaterregisseurs Kirill Serebrennikow ist von einem russischen Gericht erneut verlängert worden. Bis zum 19. Oktober muss der Leiter des Moskauer Gogol-Theaters noch in seiner Wohnung bleiben. Die Wohnung darf er nur zu bestimmten Zeiten verlassen, jeglicher Kontakt zur Außenwelt ist ihm untersagt. Bereits seit August 2017 befindet sich Serebrennikow unter Arrest (klassik.com berichtete).

Ermittler werfen Serebrennikow vor, umgerechnet rund eine Million Euro unterschlagen zu haben. Zudem gehen russische Polizeibehörden dem Vorwurf nach, Serebrennikow soll das "7. Studio" gegründet haben, um Fördergelder in Höhe von umgerechnet 2,84 Millionen Euro zu erhalten. Eine ehemalige Buchhalterin belastet Serebrennikow schwer. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Der Regisseur selbst bestreitet die Anklagen und stellt die fruchtlosen Ermittlungen, die bereits seit über einem Jahr laufen, infrage. Bei seiner letzten Anhörung sagte er, die Ermittler würden Beweise zu seinen Gunsten ignorieren. Weiter bat er erneut darum, den Arrest zugunsten seiner Arbeit aufzuheben.

Ab dem 20. September will Kirill Serebrennikow in Zusammenarbeit mit der Züricher Oper Mozarts "Così fan tutte" inszenieren. Einen detaillierten Ablauf der Produktion habe der Regisseur während seines Arrests bereits erarbeitet. Dieser soll nun von seinem Mitarbeiter Evgeny Kulagin vor Ort in Zürich umgesetzt werden. Eine direkte Kommunikation bleibt durch den Hausarrest verwehrt, dennoch sollen Serebrennikow über einen Anwalt Aufnahmen von Proben erhalten. Die Premiere der Oper soll am 4. November stattfinden.

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