> > > Sopranistin Marie Lys gewinnt Cesti-Wettbewerb in Innsbruck
Donnerstag, 4. Juni 2020

Kathrin Hottiger, Mariamielle Lamagat (beide 3.), Marie Lys (1. Preis) und Cameron Shahbazi (2.), © DieFotografen

Kathrin Hottiger, Mariamielle Lamagat (beide 3.), Marie Lys (1. Preis) und Cameron Shahbazi (2.), © DieFotografen

Siegerin erhielt Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro

Sopranistin Marie Lys gewinnt Cesti-Wettbewerb in Innsbruck

Innsbruck, . Die Schweizer Sopranistin Marie Lys hat den Innsbrucker Cesti-Wettbewerb für Barockgesang gewonnen. Sie konnte sich bei der Jury mit zwei Händel-Stücken gegen den Zweitplatzierten Countertenor Cameron Shahbazi aus Kanada und gegen die beiden Sopranistinnen Kathrin Hottiger aus der Schweiz und die Französin Mariamielle Lamagat, durchsetzen. Der Publikumspreis sowie ein Konzert im Rahmen der Resonanzen Wien ging an die deutsche Sopranistin Theresa Pilsl. Den Nachwuchspreis gewann der französische Countertenor William Howard Shelton.

Über 200 Sänger hatten sich zum Wettbewerb angemeldet, nach der Vorauswahl traten noch 74 Kandidaten aus 26 Ländern in Innsbruck gegeneinander an. Im Finale stellten sich zwölf Teilnehmer der Jury und dem Publikum. Pflicht war für sie unter anderem der Vortrag einer Arie aus Händels Opera seria "Ottone, re die Germania".

Aufgrund der hohen Zahl an Anmeldungen sprach Jury-Vorsitzender Michael Fichtenholz von einem "neuen goldenen Zeitalter des Barockgesangs". Er lobte das wachsende Selbstbewusstsein und die Motivation der Sänger, für die der Bereich Barockoper nicht mehr nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zum Standard-Repertoire sei, sondern einen eigenen Stellenwert besäße. Wettbewerbsgründer Alessandro De Marchi fügte hinzu, man brauche sich um Sängernachwuchs keine Sorgen zu machen. Außerdem zeigte er sich beeindruckt von den hohen Leistungen der Finalisten und des ganzen Teilnehmerfeldes.

Marie Lys stammt aus Lausanne in der Schweiz. Sie studierte an der Haute École de Musique de Lausanne und am Royal College of Music, wo sie 2014 ihren Abschluss machte. Dort war sie nach dem Studium auch als Ensemblemitgleid der International Oper School tätig, ihre Studien vervollständigte sie bei Rachel Bersier in Neyruz. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Abchordis Ensemble und des Duo Dalma. Sie erhielt zahlreiche Stipendien, etwa von Migros Kulturprozent und der Stiftungen Leenaards und Dénéréaz, und ist Mitglied des Samling Artist Programme. Beim Wettbewerb "Göttinger Reihe Historischer Musik" belegte sie 2015 den ersten Platz als Teil des Abchordis Ensemble, 2016 wurde sie mit dem Michael Normington-Preis ausgezeichnet und gewann außerdem den 1. Preis beim Wettbewerb Lies Askonas, dem Concours Belcanto Vincenzo Bellini 2017 und den 2. Preis beim "Joan Chissel Schumann Lieder Prize"-Wettbewerb.

Der internationale Gesangswettbewerb für Barockoper Pietro Antonio Cesti fand 2018 zum neunten Mal in Innsbruck statt. Der Wettbewerb ist dem italienischen Komponisten Pietro Antonio Cesti, der Mitte des 17. Jahrhunderts Innsbruck zu einem Zentrum der italienischen Oper nördlich der Alpen machte, gewidmet und richtet sich an junge Sänger aus aller Welt, die eine besondere Begabung und Ausbildung für das Fach der Barockoper vorweisen können. Der Jury gehörten neben Michael Fichtenholz auch der Intendant der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Alessandro De Marchi, sowie Clemens Birnbaum, Intendant der Händel-Festspiele Halle, Jochen Breiholz, künstlerischer Betriebsdirektor Theater an der Wien, Eitan Sorek, Manager von Sorek Artists, Elisabeth Reischl, künstlerische Planerin am Wiener Konzerthaus,Tobias Wolff von den Händel-Festspielen Göttingen, Countertenor Lawrence Zazzo und Julien Benhamou von der Oper Bordeaux an.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Innsbrucker Festwochen

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