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Mittwoch, 19. September 2018

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Anzeige durch Finanzpolizei - Behörden ermitteln

Festspiele Erl: Ermittlungen wegen illegaler Beschäftigung

Erl, . Nach einer Anzeige durch die Finanzpolizei wegen der illegelen Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte hat die Bezirkshauptmannschaft Kufstein ein verwaltungsstrafrechtliches Verfahren gegen die Festspiele Erl eröffnet. Dies brachte eine parlamentarische Anfrage an Sozialministerin Hartinger-Klein (FPÖ) durch die Tiroler Nationalrätin Selma Yildirim (SPÖ) ans Licht. Es besteht der Verdacht der wiederholten unerlaubten Beschäftigung von Ausländern. Hintergrund sind die Arbeitsverträge zahlreicher Künstler, die über eine Firma aus Weißrussland zu den Festspielen nach Erl entsendet wurden. Offenbar stufen die Finanzbehörden die ausländischen Künstler mit ihren Dienst- und Werkverträgen nicht wie von den Festspielen behauptet als Selbstständige, sondern als nichtselbstständige Arbeitnehmer ein. Für diese wären u.a. sozialversicherungsrechtlich andere Abgaben zu leisten gewesen.

Als im Frühjahr erste Verdächtigungen wegen Scheinselbstständigkeit und Abgabenhinterziehung auftauchten, hatten sich die Musiker noch hinter Intendant Kuhn gestellt und waren an die Öffentlichkeit gegangen. Damals hatten sie beteuert, sie könnten gut von dem Gehalt ihres Arbeitgebers leben, das über dem Gehalt weißrussischer Orchestermusiker läge. Auch wurden damals die in die Öffentlichkeit gelangten Beschuldigungen wegen sexueller Übergriffe Kuhns als unwahr zurück gewiesen. Genaue Auskünfte über das Gehalt wollte allerdings keiner von ihnen geben. Laut einem an die Öffentlichkeit gelangten Budgetplan der Festspiele Erl erhielt das 40 Musiker umfassende Orchester die Gesamtsumme von 140.000 Euro pro Jahr, Kost und Logis seien darüber hinaus kostenfrei. Zusätzlich erhielten die Musiker ein geringes Tagegeld.

"Für Betriebe wie die Festspiele Erl, die große Summen an öffentlichen Förderungen beziehen, gelten besonders hohe Ansprüche.", so Nationalrätin Yildirim. "Für Lohn- und Sozialdumping darf kein Platz sein." Der neue Geschäftsführer Andreas Leisner, der den wegen sexueller Übergriffe in der Kritik stehenen Festivalgründer Gustav Kuhn ablöste, hat sich zu den Vorwürfen bislang noch nicht geäußert.

Die Tiroler Festspiele Erl wurden 1997 vom Dirigenten und Regisseur Gustav Kuhn ins Leben gerufen und haben sich seither zu einem internationalen Musikfestival entwickelt. Neben dem Hauptfestival im Sommer findet seit dem Jahr 2012 auch eine Wintersaison in einem eigens dafür errichteten Festspielhaus statt. Dieses wurde von dem Wiener Architektenbüro "Delugan Meissel" entworfen und bietet Platz für 862 Besucher.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Tiroler Festspiele Erl

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