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Freitag, 18. Januar 2019

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Brief von Franz Liszt an Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach vom 29. Dezember 1860, © Klassik Stiftung Weimar

Brief von Franz Liszt an Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach vom 29. Dezember 1860, © Klassik Stiftung Weimar

Goethe- und Schiller-Archiv der Weimarer Klassik-Stiftung ersteigert Brief an Großherzog

Liszt-Brief findet in Weimar neue Heimat

Weimar, . Das Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv hat in der Galerie Bassenge in Berlin einen Brief des Komponisten Franz Liszt ersteigert, der die umfangreiche überlieferte Korrespondenz zwischen dem Großherzog und seinem Kapellmeister ergänzt.

Das französischsprachige Schreiben mit einem Umfang von vier Seiten wurde von Liszt am 29. Dezember 1860 an Großerzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach verfasst, als dessen Hofkapellmeister er angestellt war. Inhaltlich befasst sich der Brief mit dem Weimarer Hoftheater und dessen Zukunft nach seinem Rücktritt im Jahr 1858. Auf Anraten Liszts übernahm Carl Alexander das Protektorat des Allgemeinen Deutschen Musikvereins, welcher sich wie zuvor Liszt bis zu seiner Auflösung durch die Nationalsozialisten der Aufführung und Förderung neuer Musik und Komponisten im Theater widmete. Das Schreiben ist eines von rund 600 Briefen, welche sich der Komponist und der Großherzog zwischen 1845 und 1886 zuschickten.

Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 im ungarischen Raiding im Burgenland geboren. Er studierte Klavier, Musiktheorie, Harmonielehre und Komposition in Wien, unter anderem bei Carl Czerny. Nach Konzertreisen durch England und Frankreich blieb er in den 1830er Jahren in Paris, wo er neben Balzac und Heine auch Chopin und Berlioz kennenlernte. 1833 lernte er Marie D'Agoult kennen, die als Schriftstellerin unter dem Namen Daniel Stern bekannt wurde. Ab 1835 lebten sie zusammen in Genf und Italien und bekamen drei Kinder, darunter Cosima, die spätere Frau Richard Wagners. 1842 wurde Liszt zum Hofkapellmeister in Weimar ernannt. Nach einer enttäuschten Beziehung zur Fürstin Sayn-Wittgenstein nahm Liszt 1859 die niederen geistlichen Weihen und lebte fortan als Abbé Liszt in Rom, Budapest, Weimar und Bayreuth. 1875 wurde er Präsident der ungarischen Musikakademie in Budapest. Sein kompositorisches Schaffen umfasst Orchester-, Vokal-, Orgel- und Klavierwerke sowie Werke für Klavier und Orchester. Liszt starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth.

Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar ist das älteste Literaturarchiv Deutschlands. Seine Gründung erfolgte 1885 auf Anraten der Großherzogin Sophie, heute wird des von der Klassik Stiftung Weimar betreut. 140 Archivbestände von Schriftstellern, Komponisten und Philosophen werden im Haus verwaltet, als wertvollste gilt die Original-Handschrift von Goethes „Faust“; der in Weimar aufbewahrt Nachlass des Dichters gilt seit 2001 zudem als Unesco-Weltkulturerbe. Direktor ist seit 2007 Bernhard Fischer.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Franz Liszt

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