> > > Asche von Sir Jeffrey Tate in Venedig verstreut
Montag, 10. Mai 2021

1 / 3 >

Teatro la Fenice, © Didier Descouens

Teatro la Fenice, © Didier Descouens unter CC BY-SA 4.0

Gedenkkonzert in Venedig von Antonello Manacorda dirigiert

Asche von Sir Jeffrey Tate in Venedig verstreut

Venedig, . Am vergangenen Wochenende fand ein Konzert des venezianischen Opernhauses La Fenice in Erinnerung an Jeffrey Tate, den im letzten Jahr verstorbenen Dirigenten der Symphoniker Hamburg, statt. Das Konzert hätte er dirigieren sollen, nun sprang Antonella Manacorda ein. Gespielt wurden Werke von Richard Wagner, Franz Schubert und Edward Elgar. Angeleitet durch Tates Wittwer Klaus Kuhlemann fand im Anschluss an das Konzert mit Freunden des Verstorbenen ein weiteres Gedenken statt. An der Maria-Callas-Brücke hielt Symphoniker-Intendant Daniel Kühnel eine Abschiedsrede, anschließend wurde laut einem Bericht des Hamburger Abendblattes die Asche von Tates Leichnam über dem Kanal verstreut.

Jeffrey Tate wurde am 28. April 1943 im englischen Salisbury geboren. Zunächst studierte er Medizin in Cambridge und praktizierte als Assistenzarzt in London. Seine professionelle Musikausbildung erhielt er am London Opera Centre. Seine künstlerische Laufbahn begann er als Mitglied des Mitarbeiter-Stabs des Royal Opera House Covent Garden. 1979 debütierte er an der Metropolitan Opera. Darüber hinaus war er Assistent von Herbert von Karajan, James Levine und beim Bayreuther sogenannten Jahrhundert-"Ring" von Pierre Boulez. Seit 1985 leitete er das English Chamber Orchestra, ein Jahr darauf wurde er Principal Conductor am Royal Opera House in London. Zwischen 1991 und 1995 war er Chefdirigent des Rotterdam Philharmonic Orchestra, anschließend wechselte er als Musikdirektor ans Teatro San Carlo in Neapel. Er wirkte bei zahlreichen Festivals mit, etwa in Sydney, New York und Paris und gastierte an zahlreichen internationalen Bühnen, etwa in Venedig, Adelaide oder Wien. Vor allem seine "Ring"-Neuproduktionen in Paris und Köln fanden international große Anerkennung. Seit 2009 leitet er als Chefdirigent die Hamburger Symphoniker. Für seine Verdienste erhielt er mehrere Auszeichnungen, etwa die französischen Ehrentitel "Chevalier de la Légion d'Honneur" sowie "Commandeur des Arts et des Lettres", darüber hinaus wurde er mit dem "Una vita nelle musica"-Preis 2016 ausgezeichnet. Im April 2017 wurde er zum Ritter geschlagen. Er verstarb im Juni darauf durch einen Herzinfarkt.

Weiterführende Informationen:

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Bisherige Kommentare:

  1. Asche von Tate in Venedig verstreut
    Es ist geschmacklos und illegal, die Asche Verstorbener einfach mitten in Venedig von einer Brücke in den Kanal zu kippen. Wenn jeder, der sich wichtigtut und einen besonderen Ort für seine sterblichen Überreste wünscht, diesem schlechten Beispiel folgt, gibt es „endlich“ einen weiteren idiotischen Aspekt des Tourismus in dieser bereits so geplagten Stadt - es ist nicht zu fassen!
    Nutzer_PVUBWZT, 14.06.2018, 01:00 Uhr

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Wiener Konzerthaus schaltet den Turbo ein
Noch 200 Konzerte in dieser Spielzeit (07.05.2021) Weiter...

Gesangswettbewerb Hannover als Lichtblick für Studenten
Preisgelder in Höhe von 12.000 Euro (07.05.2021) Weiter...

Schubertiade sagt Konzerte bis August ab
Veranstalter hoffen auf günstige Pandemieentwicklung (07.05.2021) Weiter...

Kosten am Badischen Staatstheater explodieren
Bauprojekt soll auf den Prüfstand (06.05.2021) Weiter...

Ehrendoktorwürde für Pianist Alfred Brendel
Musikhochschule Köln würdigt (06.05.2021) Weiter...

Bayerns Kultureinrichtungen vor dem Neustart
Niedrige Inzidenzwerte sowie Hygienekonzept als Voraussetzung für Wiedereröffnung (05.05.2021) Weiter...

Spanischer Pianist gewinnt Rubinstein-Wettbewerb
Erster Preis ist mit 40.000 US-Dollar dotiert (05.05.2021) Weiter...

Gasteig-Interimsspielstätte: Wettbewerb um Name ist entschieden
Isarphilharmonie auf dem Areal Gasteig HP8 als Interimsstandort (05.05.2021) Weiter...

Berlin: Komische Oper beendet reguläre Spielzeit
Noch zwei Vorstellungen Ende Juni (04.05.2021) Weiter...

Staatstheater Darmstadt: 51 Millionen Euro für Sanierung
Wiedereröffnung voraussichtlich 2023 (04.05.2021) Weiter...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (5/2021) herunterladen (2500 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich