> > > Salzburger Mozarteum erwirbt Brief von Wolfgang Amadeus Mozart
Montag, 18. Juni 2018

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Präsentation des Briefes, © Martin Hörmandinger

Präsentation des Briefes, © Martin Hörmandinger

Rolando Villazon präsentiert Neuerwerbung

Salzburger Mozarteum erwirbt Brief von Wolfgang Amadeus Mozart

Salzburg, . Die Stiftung Mozarteum Salzburg und Mozart-Botschafter Rolando Villazón haben gestern der Öffentlichkeit einen neu erworbenen Brief von Wolfgang Amadeus Mozart präsentiert. Zu den wenigen Privatbriefen, die von Wolfgang Amadeus Mozart erhalten geblieben sind, gehört ein Schreiben an den Chordirektor Anton Stoll vom 12. Juli 1791, das die Stiftung Mozarteum nun Dank einer großzügigen Spende erwerben und in die Sammlung von Original-Autographen der Stiftung aufnehmen konnte. Zuletzt konnte 2001 ein Originalbrief Mozarts erworben werden.

Der Brief befand sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durchweg in Privatbesitz – prominentester Vorbesitzer war Johannes Brahms – und konnte nur anhand von Fotografien studiert werden. Er ist ein Musterbeispiel für Mozarts Humor: Die Anrede wächst sich zu einem vierzeiligen Gedicht aus, auf der Rückseite schreibt Mozart im Namen seines Adlatus Franz Xaver Süßmayr, um seiner Bitte nach Übersendung von Musikalien durch derb-drollige Drohungen Gewicht zu verleihen. Von Mozart sind nur zwei Briefe an Stoll erhalten geblieben, die auf ein sehr vertrautes, freundschaftliches Verhältnis schließen lassen. Mehrere Male hatte Mozart seine Frau Constanze zur Kur nach Baden geschickt, wobei Stoll bei der Suche nach einem passenden Quartier behilflich war. Auch im Juni und Juli 1791 besuchte Constanze das „Antonienbad“, das besonders kostspielig war und daher „nur von Kranken höhern Standes besucht“ wurde, wie es in einer zeitgenössisch en Beschreibung heißt. Mozart besuchte seine Frau während dieser Zeit mehrere Male und führte bei dieser Gelegenheit in der Badener Pfarrkirche mehrere Werke gemeinsam mit Stoll auf, der dort als Chorregent für die Kirchenmusik verantwortlich war. Eigens für Stoll komponierte Mozart am 17./18. Juni 1791 in Baden eines seiner bekanntesten geistlichen Werke, das Ave verum KV 618, das am Fronleichnamstag des gleichen Jahres (am 23. Juni) in der Badener Pfarrkirche seine Uraufführung erlebte.Der Inhalt von Mozarts Brief lässt sich sehr knapp und einfach zusammenfassen: Der Komponist bittet den befreundeten Chorregenten Anton Stoll, ihm die Noten zu zwei Werken zu schicken, die man zuvor gemeinsam in Baden in der Kirche aufgeführt hatte. Doch Mozart machte sich große Mühe, diese simple Bitte in ein typisch Mozart’sches Geflecht von Scherzen einzubetten.

Rolando Villazón, Mozartwoche-Intendant und offizieller Mozart-Botschafter der Stiftung Mozarteum zur Bedeutung dieser kostbaren Neuerwerbung: "Jeder Brief Mozarts öffnet uns eine neue Tür in die Seele des größten musikalischen Genies aller Zeiten. Einen neuen Brief Mozarts zu entdecken ist, wie eine neue Blume in einem wunderschönen Garten zu finden."

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war der Sohn des Violinisten, Komponisten und Lehrers Leopold Mozart. Wolfgang begann als Dreijähriger Klavier zu spielen und begab sich bereits mit sechs Jahren, gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Nannerl, auf Konzertreisen nach München und Wien. Von 1763 an unternahmen Vater Leopold und Sohn Wolfgang eine dreieinhalbjährige Konzertreise durch Europa, auf der sie große Erfolge feierten. Zwischen 1769 und 1773 folgten weitere Reisen durch Italien, jedoch mit zunehmend weniger Erfolgen. Die Zeiten zwischen den Reisen nutzte Mozart zum Komponieren. Nach 1773 nahm er in Salzburg die Stellen als Hoforganist und Kaiserlicher Kammerkomponist an. Mozarts kompositorisches Schaffen umfasst mehr als 600 Werke, darunter Orchester-, Klavier-, Kammer-, Ballett- und Kirchenmusikwerke sowie Opern, unter anderem 'Figaros Hochzeit', 'Don Giovanni' und 'Die Zauberflöte'. Mozart starb verarmt in Wien am 5. Dezember 1791.

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Portrait Wolfgang Amadeus Mozart

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