> > > Dirigent Hartmut Haenchen mit Richard-Wagner-Preis ausgezeichnet
Donnerstag, 22. Oktober 2020

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Dirigent Hartmut Haenchen, © Thomas Brill

Dirigent Hartmut Haenchen, © Thomas Brill

Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert

Dirigent Hartmut Haenchen mit Richard-Wagner-Preis ausgezeichnet

Bayreuth, . Dirigent Hartmut Haenchen hat den dem diesjährigen Preis der Leipziger Richard-Wagner-Stiftung erhalten. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit Haenchens „Schaffensprozess als Forschender“ - vor allem auch im Bereich Wagner. Außerdem würdigte man seine Liebe zum Detail und seine Präzision in Maßstäbe setzenden Interpretationen. Beispielhaft dafür sei seine Erarbeitung des "Parsifal" bei den Bayreuther Festspielen 2016. Sachsens Kulturministerin Eva-Maria Stange (SPD) würdigte Haenchen im Rahmen der Preisverleihung in der Leipziger Oper als "europäische Künstlerpersönlichkeit".

Hartmut Haenchen wurde 1943 in Dresden geboren. Im Alter von zehn Jahren wurde er Mitglied des Dresdner Kreuzchores, mit 15 führte er bereits als Kantor Konzerte auf. Nach dem Studium in den Fächern Dirigieren und Gesang an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden wurde er Direktor an der Robert-Franz-Singakademie Halle und Dirigent der Halleschen Philharmonie. Seine weitere Karriere führte ihn an die Deutsche Staatsoper Berlin, zur Dresdner Philharmonie, als Chefdirigent zur Staatskapelle Schwerin, an die Komische Oper Berlin, an die Staatsopern Berlin und Dresden und ab 1986 als Chefdirigent der Niederländischen Philharmonie, des Nederlands Kamerorkest und als Generalmusikdirektor der Niederländischen Oper nach Amsterdam, der er noch immer als Gastdirigent verbunden ist. Von 1980 bis 2014 war er auch Künstlerischer Leiter des Kammerorchesters Carl Philipp Emanuel Bach. Haenchen war Intendant der Dresdner Musikfestspiele, war Gastdirigent der Opéra National de Paris und ist es am Royal Opera House Covent Garden sowie dem Teatro Real Madrid. Opern- und Konzert-Gastdirigate führten ihn rund um den Globus. 1985 wurde er in seiner Tätigkeit als Leiter einer Dirigentenklasse an der Hochschule für Musik Dresden zum Professor ernannt. Über 130 Schallplatten und/oder CDs und DVDs spielte Haenchen ein, darunter zwei komplette  Aufnahmen von Der Ring des Nibelungen, sowie weitere Aufnahmen von Wagner. Neben vielen künstlerischen Auszeichnungen wurde er 1996 als erster Deutscher zum Ritter im Orden vom Niederländischen Löwen ernannt. Seit 2002 ist er Ehrenbürger von Amsterdam und erhielt 2006 ehrenhalber die Niederländische Staatsbürgerschaft. 2008 folgte das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Haenchen ist Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und seit 2013 Ehrendoktor der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden. Über Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen veröffentlichte der Künstler unter dem Titel Von der Unvereinbarkeit von Macht und Liebe ein Buch in deutscher und niederländischer Sprache.

Der Richard-Wagner-Preis wird seit 2013 von der Richard-Wagner-Stiftung in Leipzig vergeben. Der Preis ehrt Musiker und Publizisten, deren Engagement und intensive Arbeit mit dem künstlerischen und gesellschaftspolitischen Wirken Richard Wagners herausragt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Zu den bisherigen Preisträgern gehören die ehemalige Breslauer Opernintendantin Ewa Michnik, der Dirigent Christian Thielemann und die Opernsängerin Waltraud Meier. Die Richard-Wagner-Stiftung Leipzig will die Geburtsstadt Wagners als national und international bekannte Richard-Wagner-Stadt etablieren. Dabei stehen die Würdigung des künstlerischen Schaffens und die Förderung von Nachwuchsmusikern im Mittelpunkt ihrer  Anstrengungen.

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