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Sonntag, 19. Mai 2019

Musikerin wurde 89 Jahre alt

Geigerin Wanda Wilkomirska gestorben

Warschau, . Die polnische Violinistin Wanda Wilkomirska ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

Wilkomirska wurde 1929 in Warschau geboren. Sie lernte das Geigenspiel erst von ihrem Vater, dann bis 1947 an der Musikakademie in Lodz bei Pro. Irena Dubiska. Ihre Ausbildung setzte sie an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest bei Ede Zathureczki sowie bei Henryk Szeryng in Paris und Tadeusz Wronski in Warschau fort. Nachdem sie bereits in Genf, Budapest, Leipzig und Posen Preise bei Wettbewerben gewonnen hatte, belegte sie 1952 in ihrem Heimatland beim Internationalen Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb den 2. Platz. 1955 wurde sie erste Violinistin beim nationalen polnischen Philharmonieorchester. Sie trat weltweit solistisch auf, darunter 1973 als erste Solistin im neuen Opernhaus in Sydney. In den 1950ern, 60ern und 70ern spielte sie über 100 Konzerte pro Jahr. Wanda Wilkomirska trat u.a. mit folgenden Orchestern auf: New York Philharmonic, Cleveland Orchestra, Halle Orchester, Royal Philharmonic, Sydney Symphony, Gewandhausorchester Leipzig, Scottish Chamber Orchestra, Royal Concertgebouw Orchester, Berliner Philharmoniker. Sie spielte unter der Leitung so berühmter Dirigenten wie Paul Klecki, Pierre Boulez, Paul Hindemith, Otto Klemperer, Zubin Mehta, Sir John Barbirolli, Wolfgang Sawallisch, Kurt Masur und Erich Leinsdorf. Unter der Leitung von Leinsdorf eröffnete sie 1976 mit einer Aufführung des Violinkonzerts von Benjamin Britten die weltberühmte Barbican Hall in London.

Mit ihren Geschwistern Maria Wilkomirska am Klavier und Kazimierz Wilkomirski am Cello trat sie als Wilkomirski-Trio auf. Als Kammermusikerin arbeitete sie auch mit so bekannten Musikern wie Krystian Zimerman, Gidon Kremer, Martha Argerich, Kim Kashkashin und  Mischa Maisky zusammen. In ihrer Karriere spielen Uraufführungen polnischer zeitgenössischer Musikwerke eine große Rolle. Zu den wichtigsten Uraufführungen gehören Werke wie das Violinkonzert Nr. 5 (1951) und das Violinkonzert Nr. 7 (1979) von Grażyna Bacewicz, die Espressioni Varianti von Tadeusz Baird (1959), Dialoghi per violino e orchestra von Augustyn Bloch (1966), das Capriccio von Krzysztof Penderecki (1968), das Violinkonzert von Zbigniew Bargielski (1977), das Violinkonzert von Zbigniew Bujarski (1980), die Sonate von Roman Maciejewski (1998) und das Konzert für Violine und Orchester von Włodzimierz Kotoński (2000).

Im Jahre 1982, zur Zeit des Kriegsrechts in Polen, emigrierte Wanda Wiłkomirska und ließ sich in der Bundesrepublik Deutschland nieder. Ab 1983 unterrichtete sie an der Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim, 1999 begann sie auch am Konservatorium in Sydney zu lehren. Sie gab häufig Meisterkurse in Polen, Japan, der Schweiz, Italien, Finnland, Australien, Österreich und Deutschland und war häufig Jurymitglied bei Violinwettbewerben, u.a. in Moskau, Tokyo, London, München, Wien, Graz, Hannover, Gorizia, Lichtenberg, Posen, Lodz und Lublin.

Für ihre künstlerische Tätigkeit wurde sie mit dem Staatspreis 1. und 2. Klasse, dem Kommandeurskreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens und dem Kommandeurskreuz mit Stern ausgezeichnet. Außerdem verliehen die australischen Auslandpolen der Geigerin einen Orden  und die Karol Szymanowski-Stiftung eine Auszeichnung.

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