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Freitag, 25. Mai 2018

Hofstetter im Konflikt mit Orchester und Vorstand

Gießen: GMD Hofstetter unter Beschuss

Gießen, . Michael Hofstetter, Generalmusikdirektor des Gießener Stadttheaters, steht massiv in der Kritik. Einem Bericht der Gießener Allgemeinen Zeitung zufolge soll der Dirigent während der Hauptprobe zu „La Forza del Destinov“ von Giuseppe Verdi nach Ende der Pause versucht haben, eine Inspizientin zu schlagen. Hofstetter habe ihre Arbeit als zu langsam empfunden, offenbar waren die Musiker nicht schnell genug wieder zur Probe erschienen. Rund hundert Musiker seien Zeugen des Vorfalls geworden. In einer anderen Probe habe er wutentbrannt mit einem Mikrofon geworfen, das um ein Haar einen Bratschisten getroffen traf.

In der Folge habe das Orchester dem Generalmusikdirektor eine mehrseitige Liste mit weiteren Verfehlungen geschickt, darunter Wutausbrüche, Unverschämtheiten oder auch Kritik aufgrund Unkenntnis der Stücke. Einhergehend fordere man Hofstetter dazu auf, sich zu ändern. Hofstetter dagegen verteidigte sein Verhalten. Er sei der Auffassung, sein Verhältnis zu der Inspizientin habe sich verbessert, genauso würden seine Ausbrüche die Proben beschleunigen. Ferner betonte er, dass das Orchester mit ihm zusammen zu brillanten Leistungen fähig sei.

Die Theaterleitung hat die zuständige Landrätin und die Oberbürgermeisterin der Stadt über die Vorfälle informiert, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst wurde ebenfalls in Kenntnis gesetzt.

Michael Hofstetter wurde 1961 in München geboren. Dort studierte er am Richard-Strauss-Konservatorium und arbeitete danach an den Theatern Wiesbaden und Gießen sowie an der Universität Mainz als Dozent für Alte Musik und Orchesterleitung. Zurzeit ist er neben seiner Arbeit in Gießen auch noch als Chefdirigent des recreation – großes Orchester Graz und des styriarte Festspiel-Orchesters tätig. Hofstetter ist Preisträger der Robert-Stolz-Medaille (Gold) und des Horst-Stein-Preises.

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Bisherige Kommentare:

  1. Unverständlich
    Ich bin selber Inspizient und irgendwie fehlen mir da relevante Details. Es liegt selbstverständlich nicht in der Verantwortung des Inspizienten dafür zu sorgen, dass alle pünktlich nach einer Pause zurückkehren. Wir sind keine Kindergärtner. Es gibt einen Wiedereinruf 5 Minuten vor Ende der Pause und wer es nicht schafft innerhalb von 5 Minuten zurück an seinem Arbeitsplatz zu sein ist dafür selber verantwortlich. Wenn dann Dirigent oder Regisseur ausrasten und dem Inspizienten dafür die Schuld geben, muss ich schon stark an deren geistiger Gesundheit zweifeln.
    Farlis, 21.04.2018, 16:25 Uhr

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