> > > Staatstheater Cottbus: Rücktrittsforderungen an GMD
Freitag, 25. Mai 2018

Situation eskaliert - Orchester fordert Trennung von Generalmusikdirektor Christ

Staatstheater Cottbus: Rücktrittsforderungen an GMD

Cottbus, . Die Musiker des Staatstheater Cottbus haben in einem Brief an Generalmusikdirektor Evan Christ seinen Rücktritt gefordert. Zusätzlich zu den Orchestermusikern würden auch Mitglieder des Opernensembles sowie Mitarbeiter aus anderen Sparten des Theaters die Aufforderung zum Rücktritt unterstützen.

Kulturministerin Martina Münch, die den Vertrag von Christ erst im Vorjahr bis zum Jahr 2024 verlängert hatte, hat sich bislang nur vage zu dem neuen Stand am Staatstheater geäußert. Sie wünsche sich weiterhin dieselbe Qualität am Theater, für die eine gute Zusammenarbeit wichtig ist. Ferner sei es die Aufgabe der unmittelbaren Vorstände, bei Konflikten Lösungen oder Alternativen zu finden. Die Landtagsabgeordnete Kerstin Kircheis, Mitglied der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt, hingegen äußerte sich auf ihrer Webseite. Zwar sei Evan Christ ein hervorragender Musiker, den die Cottbuser lieben würden, jedoch müsse er sich seiner Führungsrolle bewusst werden. Herrsche Angst unter den Musikern, würde der Zustand für alle Beteiligten untragbar. Intendant Martin Schüler und der Generalmusikdirektor selbst lehnten eine Aussage ab.

Evan Christ wurde als Sohn einer Musikerfamilie in Los Angeles geboren und wuchs in Las Vegas auf. Er studierte Mathematik und Komposition an der Harvard University und absolvierte ein Dirigierstudium bei Gert Bahner an der Hochschule für Musik in Leipzig und wurde privat bei Christoph Eschenbach unterrichtet. Von 2003 bis 2005 war er 1. Kapellmeister und Stellvertretender GMD des Mainfranken Theaters Würzburg, von 2005 bis 2008 1. Kapellmeister der Wuppertaler Bühnen. Gleichzeitig war er 2005 bis 2006 kommissarischer GMD des Mainfranken Theaters Würzburg. Evan Christ ist seit dem 1. August 2008 Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus. Im Rahmen des Deutschen Dirigentenpreises 2006 wurde er mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Als Gast hat er mit zahlreichen Orchestern zusammengearbeitet. Sein Repertoire reicht von der traditionellen bis zur Zeitgenössischen Musik.

Das Staatstheater Cottbus ist das einzige staatliche Theater in Brandenburg. Das Vierspartenhaus, nach Entwürfen von Bernhard Sehring erbaut und im Jahr 1908 eröffnet, wurde von 1993 bis 2003 von Christoph Schroth geleitet, seither ist Martin Schüler Intendant des Hauses. Generalmusikdirektor Evan Christ hat sein Amt seit 2008 inne. Das Theater wird jährlich mit ca. 20 Millionen Euro subventioniert, die zu gleichen Anteilen vom Land und der Stadt Cottbus kommen. Die Eigeneinnahmen liegen bei 2,2 Millionen Euro.

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Bisherige Kommentare:

  1. Psychoterror
    Die Eskalation am Staatstheater Cottbus ist sehr bedauerlich und nicht zu rechtfertigen. Die Briefe sind nicht einmal unterschrieben und könnten auch von einer ganz anderen Person geschrieben worden sein oder die Musiker sind zu feige ihre Namen zu nennen. Ein Brief ohne Unterschrift hat keine Gültigkeit.
    Nutzer_TWOBVYS, 20.04.2018, 21:57 Uhr
  2. Berichtigung vom 20.04.2018
    Die Aussage, dass die Mitglieder des Orchesters den Brief unterschrieben hätten, war nicht korrekt und wurde daher aus der Meldung entfernt.
    Redaktion, 20.04.2018, 13:30 Uhr

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