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Mittwoch, 12. Dezember 2018

Kritik am Führungsstil des Dirigenten

Cottbus: Musiker kritisieren Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ

Cottbus, . Musiker des Cottbusser Staatstheaters haben in einem Brief an die Intendanz das Verhalten ihres Generalmusikdirektors Evan Christ kritisiert. Im Brief ist die Rede von intolerablem Verhalten gegenüber den Musikern und cholerischen Anfällen, fast täglich würden Drohungen und Beschimpfungen gegen Kollegen ausgesprochen. Es werden zahlreiche einzelne Vorfälle aufgeführt und darauf hingewiesen, dass Theatermitarbeiter aus anderen Bereichen diese Vorwurfsliste ergänzen könnten.

Intendant Martin Schüler und der Geschäftsführende Direktor des Theaters wiesen die Vorwürfe zurück. Christ selbst äußerte, der Fall solle intern geklärt werden. Laut Kulturministerin Martina Münch soll das Schreiben jedoch auch in der nächsten Stiftungsratssitzung besprochen werden.

Evan Christ wurde als Sohn einer Musikerfamilie in Los Angeles geboren und wuchs in Las Vegas auf. Er studierte Mathematik und Komposition an der Harvard University und absolvierte ein Dirigierstudium bei Gert Bahner an der Hochschule für Musik in Leipzig und wurde privat bei Christoph Eschenbach unterrichtet. Von 2003 bis 2005 war er 1. Kapellmeister und Stellvertretender GMD des Mainfranken Theaters Würzburg, von 2005 bis 2008 1. Kapellmeister der Wuppertaler Bühnen. Gleichzeitig war er 2005 bis 2006 kommissarischer GMD des Mainfranken Theaters Würzburg. Evan Christ ist seit dem 1. August 2008 Generalmusikdirektor am Staatstheater Cottbus. Im Rahmen des Deutschen Dirigentenpreises 2006 wurde er mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Als Gast hat er mit zahlreichen Orchestern zusammengearbeitet. Sein Repertoire reicht von der traditionellen bis zur Zeitgenössischen Musik.

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Bisherige Kommentare:

  1. Ein großartiger Dirigent
    Die erhobenen Vorwürfe kann ich überhaupt nicht teilen. Ich bin Mitglied im Sinfonischen Chor der Singakademie Cottbus e.V. und habe mit Herrn Christ bisher in der Zusammenarbeit nur positive Erfahrungen gemacht. Wenn er vor dem Chorkonzert zu unseren Proben kommt, ist er immer locker und verbreitet gleich gute Laune. Beim "Feinschliff" der Aussprache gibt es trotzdem auch etwas zu lachen. Er ist für mich ein großartiger Dirigent, den ich bei jedem Konzert bewundere, denn er hat die Solisten und jeden Orchestermusiker genau im Blick und gibt unseren vier Stimmgruppen der durchschnittlich über 100 Sängerinnen und Sängern immer exakte Einsätze. Sein Perfektionismus und Ehrgeiz kann nur positiv bewertet werden, denn kein Zuschauer möchte eine schlechte Vorstellung sehen. Unser wunderschönes Cottbuser Theater zeigt großartige Konzerte und Inszenierungen mit sehr schönen Bühnenbildern. Deshalb kommen sogar einige Zuschauer regelmäßig aus Berlin nach Cottbus. Wo Kritik erforderlich ist, sollte man sie auch vertragen können , um besser zu werden.
    Nutzer_TWOBVYS, 19.04.2018, 04:42 Uhr
  2. Meine Erfahrung...
    Ich habe mit ihm gearbeitet, und kann daher aus meiner Sicht sagen, wie er arbeitet. Ich kann die Vorwürfe gegen ihn nicht teilen, da ich ihn nie so erlebt habe, eher genau gegenteilig. Er hat bei jeder Probe oder jeder Vorstellung sein Bestes gegeben, um die beste Klänge und die beste Qualität zu erhalten. Wenn man mit ihm in der Musik zusammen arbeiten kann, hat man ein unheimlich wohles sicheres Gefühl und es macht Spaß beim Musizieren. Ich habe beim Arbeiten mit ihm nur angenehme Laune und Atmosphäre erlebt. Die Musiker haben allerdings die Aufgabe, mit Kritik oder Korrekturen professionell umzugehen. Ich gebe immer zuerst bei jedem Dirigent Raum für sein musikalisches Konzept, um ihn seine Inspirationen realisieren zu lassen, und ich versuche dabei, die Ideen optimal kreativ umzusetzen. Meine beruflichen Laufbahn besteht nun seit über 20 Jahren, und ich habe verschiedene Dirigenten erlebt. Dirigent Evan Christ hat mir einen wunderbaren Eindruck gegeben, als Dirigent wie auch Kollege, und meine Erfahrungen mit ihm waren aus meiner Sicht glücklich. Nach meiner Meinung ist es eine Interpretationssache, weil man im Theater mit den unterschiedlichsten Menschen und mit emotionalen Faktoren arbeitet.
    Nutzer_VEOWACK, 13.04.2018, 20:57 Uhr

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