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Freitag, 5. März 2021

Joseph Joachim, © Heisos-commonswiki

Joseph Joachim, © Heisos-commonswiki unter CC0 1.0

Brahms-Institut der Lübecker Musikhochschule macht historische Dokumente zugänglich

Briefe des Geigers Joseph Joachim digital verfügbar

Lübeck, . Historische Originaldokumente aus dem Nachlass des Geigers Joseph Joachim liegen nun in digitalisierter Form vor. Das Brahms-Institut der Musikhochschule Lübeck (MHL) hat Autographe, Briefe, Abschriften, Fotografien und Zeitungsausschnitte digital erfasst und gestern im Rahmen eines Festaktes der Öffentlichkeit vorgestellt.

Den größten Teil des Nachlasses bilden etwa 900 Briefe. Die Dokumente erlauben nicht nur einen Einblick in die Biographie des Musikers Joseph Joachim, sondern geben zugleich wertvolle Auskünfte über die Musikkultur des 19. Jahrhunderts. Die Digitalisierung von unter anderem rund 4.500 Briefseiten erfolgte über einen Zeitraum von zwei Jahren und wurde von der Hermann Reemtsma Stiftung finanziell unterstützt.

Teile des Nachlasses von Joseph Joachim gehören zu den wertvollsten Originalmaterialien im Bestand des Brahms-Instituts. Joachim galt als einer der letzten Vertreter der sogenannten deutschen Violinschule in der Nachfolge von Louis Spohr und Ferdinand David. Er war einer der berühmtesten Geiger des 19. Jahrhunderts und enger Vertrauter unter anderem von Johannes Brahms. Sowohl als Solist wie auch im kammermusikalischen Bereich als Kopf eines Streichquartetts war er hochgeachtet in der stilistisch angemessenen Interpretation der Klassiker. Er war Widmungsträger zahlreicher Werke, etwa von Brahms, Schumann, Dvorak oder Bruch.

Joseph Georg Maria Joachim wurde 1831 im damals ungarischen Kittsee bei Pressburg geboren. Er galt schon früh als Wunderkind auf der Geige und kam früh in Kontakt mit Felix Mendelssohn Bartholdy, der ihn entscheidend förderte. Ab 1838 besuchte er das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und studierte bei Joseph Böhm, danach wechselte er ans Leipziger Konservatorium. Er war Mitglied des Leipziger Gewandhausorchesters und trat als Solist auf. Zahlreiche Komponisten seiner Zeit zeigten sich hochbeeindruckt von seinen musikalischen Fähigkeiten, etwa Franz Liszt, Robert Schumann, Johannes Brahms, Anton Dvorak oder Max Bruch. Joachim führte als Primarius des Joachim Quartetts die Streichquartett-Formation zur Spitze damaliger Kammermusik-Ensembles, darüber hinaus prägte er als Komponist sowie als Instrumentalpädagoge und Hochschulleiter die damalige Musiklandschaft. Er war etwa Gründungsrektor Königlich Akademischen Hochschule für ausübende Tonkunst in Berlin. Joachim starb im August 1907.

Weiterführende Informationen:

Portrait Max Bruch
Portrait Antonín Dvorák
Portrait Robert Schumann
Portrait Johannes Brahms

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