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Freitag, 20. April 2018

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Christoph Marthaler, © Björn Jensen

Christoph Marthaler, © Björn Jensen

Auszeichnung ist mit 260.000 Euro dotiert

Ibsen Award für Regisseur Christoph Marthaler

Oslo, .

Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler erhält den norwegischen Ibsen Award. Der von der norwegischen Regierung vergebene Preis gilt als eine der international angesehensten Auszeichnungen im Theaterbereich und ist mit 2,5 Millionen Norwegischen Kronen (etwa 260.000 Euro) dotiert.

"Christoph Marthaler ist seit über 30 Jahren einer der wichtigsten und einflussreichsten Theaterregisseure weltweit", begründet Per Boye Hansen, Juryvorsitzender des International Ibsen Awards, die Entscheidung. Marthaler habe eine einzigartige Bühnensprache entwickelt, "die den Weg ebnet für neue Einblicke in zwischenmenschliche Beziehungen und ein großes internationales Publikum inspiriert".

Christoph Marthaler wurde 1951 im schweizerischen Erlenbach geboren. Er studierte zunächst in Zürich Oboe sowie Blockflöte und weitere historische Instrumente. Nach einem Besuch der Pariser Theaterschule von Jacques Lecoq wirkte er in Zürich als Theatermusiker und -komponist. Zugleich machte er sich als Regisseur und Gründer einer experimentellen Theatergruppe in der Off-Theater-Szene einen Namen und realisierte Liederabende sowie Choreographien. Von 1988 bis 1993 arbeitete er am Theater Basel, später am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und an der Berliner Volksbühne. Sein erstes Stück inszenierte er 1991, drei Jahre später inszenierte er seine erste Oper, die musikalisch von Sylvain Cambreling geleitet wurde. Seitdem führte Marthaler bei zahlreichen Opernproduktionen, unter anderem in Frankfurt, Wien, Berlin und Salzburg, Regie, darunter Werke von Beethoven, Offenbach, Verdi, Debussy, Janacek, Schönberg, Berg und anderen. Bei den Bayreuther Festspielen inszenierte er 2005 Wagners "Tristan und Isolde". Von 2000 bis 2004 leitete er das Schauspielhaus Zürich. Marthaler erhielt eine Vielzahl von Preisen, darunter den Fritz-Kortner-Preis (1997), den Nestroy-Theaterpreis (2005), die Anerkennungsmedaille der Stadt Zürich für besondere kulturelle Leistungen (2004), den Kulturpreis des Kantons Zürich (2009) sowie den Hans-Reinhart-Ring (2011).

Der norwegische Staat hat den Internationalen Ibsen-Preis im Jahr 2007 gegründet. Der Preisträger erhält 2,5 Millionen Norwegische Kronen und wird aus einem vom norwegischen Kulturministerium eingesetzten Gremium ausgewählt, das aus sieben Mitgliedern aus dem Theaterfach besteht. Die Jury steht momentan unter der Leitung von Per Boye Hansen, dem früheren Opernleiter an der Norwegischen Oper und Ballett (Den Norske Opera og Ballett) und Leiter der Festspiele Bergen. Der Preis wird alle zwei Jahre am Geburtstag des Dichters Henrik Ibsen, dem 20. März, verliehen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Internationalen Ibsenfestivals statt, das im September im Osloer Nationaltheater abgehalten wird. Bei dem Festival ist der Preisträger zu erleben, darüber hinaus findet ein Theatersymposium statt.

Zu den bisherigen Preisträgern des International Ibsen Awards gehören unter anderem der britische Theaterregisseur Peter Brook, der norwegische Autor Jon Fosse sowie der Regisseur und Theaterwissenschaftler Heiner Goebbels, der während seiner Intendanz der Ruhrtriennale 2012–2014 ausgezeichnet wurde.

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