> > > Ibsen Award für Regisseur Christoph Marthaler
Donnerstag, 19. Juli 2018

1 / 2 >

Christoph Marthaler, © Björn Jensen

Christoph Marthaler, © Björn Jensen

Auszeichnung ist mit 260.000 Euro dotiert

Ibsen Award für Regisseur Christoph Marthaler

Oslo, .

Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler erhält den norwegischen Ibsen Award. Der von der norwegischen Regierung vergebene Preis gilt als eine der international angesehensten Auszeichnungen im Theaterbereich und ist mit 2,5 Millionen Norwegischen Kronen (etwa 260.000 Euro) dotiert.

"Christoph Marthaler ist seit über 30 Jahren einer der wichtigsten und einflussreichsten Theaterregisseure weltweit", begründet Per Boye Hansen, Juryvorsitzender des International Ibsen Awards, die Entscheidung. Marthaler habe eine einzigartige Bühnensprache entwickelt, "die den Weg ebnet für neue Einblicke in zwischenmenschliche Beziehungen und ein großes internationales Publikum inspiriert".

Christoph Marthaler wurde 1951 im schweizerischen Erlenbach geboren. Er studierte zunächst in Zürich Oboe sowie Blockflöte und weitere historische Instrumente. Nach einem Besuch der Pariser Theaterschule von Jacques Lecoq wirkte er in Zürich als Theatermusiker und -komponist. Zugleich machte er sich als Regisseur und Gründer einer experimentellen Theatergruppe in der Off-Theater-Szene einen Namen und realisierte Liederabende sowie Choreographien. Von 1988 bis 1993 arbeitete er am Theater Basel, später am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und an der Berliner Volksbühne. Sein erstes Stück inszenierte er 1991, drei Jahre später inszenierte er seine erste Oper, die musikalisch von Sylvain Cambreling geleitet wurde. Seitdem führte Marthaler bei zahlreichen Opernproduktionen, unter anderem in Frankfurt, Wien, Berlin und Salzburg, Regie, darunter Werke von Beethoven, Offenbach, Verdi, Debussy, Janacek, Schönberg, Berg und anderen. Bei den Bayreuther Festspielen inszenierte er 2005 Wagners "Tristan und Isolde". Von 2000 bis 2004 leitete er das Schauspielhaus Zürich. Marthaler erhielt eine Vielzahl von Preisen, darunter den Fritz-Kortner-Preis (1997), den Nestroy-Theaterpreis (2005), die Anerkennungsmedaille der Stadt Zürich für besondere kulturelle Leistungen (2004), den Kulturpreis des Kantons Zürich (2009) sowie den Hans-Reinhart-Ring (2011).

Der norwegische Staat hat den Internationalen Ibsen-Preis im Jahr 2007 gegründet. Der Preisträger erhält 2,5 Millionen Norwegische Kronen und wird aus einem vom norwegischen Kulturministerium eingesetzten Gremium ausgewählt, das aus sieben Mitgliedern aus dem Theaterfach besteht. Die Jury steht momentan unter der Leitung von Per Boye Hansen, dem früheren Opernleiter an der Norwegischen Oper und Ballett (Den Norske Opera og Ballett) und Leiter der Festspiele Bergen. Der Preis wird alle zwei Jahre am Geburtstag des Dichters Henrik Ibsen, dem 20. März, verliehen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Internationalen Ibsenfestivals statt, das im September im Osloer Nationaltheater abgehalten wird. Bei dem Festival ist der Preisträger zu erleben, darüber hinaus findet ein Theatersymposium statt.

Zu den bisherigen Preisträgern des International Ibsen Awards gehören unter anderem der britische Theaterregisseur Peter Brook, der norwegische Autor Jon Fosse sowie der Regisseur und Theaterwissenschaftler Heiner Goebbels, der während seiner Intendanz der Ruhrtriennale 2012–2014 ausgezeichnet wurde.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Weitere aktuelle Nachrichten:

Schumann-Haus in Leipzig wird umgebaut
Museum soll Clara Schumann mehr einbeziehen (18.07.2018) Weiter...

Badisches Staatstheater legt Spielzeitbilanz 2017/18 vor
Ballett und Konzert mit guten Zahlen, Rückgang im Opernbereich (18.07.2018) Weiter...

Staatsoperette Dresden mit hohem Einnahmeverlust in Spielzeit 2017/2018
Wasserschaden sorgt für Ausfall von 45 Veranstaltungen (18.07.2018) Weiter...

Opernregisseur Petr Weigl gestorben
Tschechischer Regisseur wurde 79 Jahre alt (17.07.2018) Weiter...

Zum 29. Todestag: Herbert von Karajan als Wachsfigur
Staatsoperndirektor Dominique Meyer stellte den Dirigenten der Öffentlichkeit vor (17.07.2018) Weiter...

Berliner Staatsoper mit positiver Spielzeitbilanz 2017/18
196.000 Besucher im wiedereröffneten Haus (16.07.2018) Weiter...

Grand Prize und 1. Preis für Trio Marvin in Melbourne
Klaviertrio gewinnt Konzertreise und 52.500 Australische Dollar (16.07.2018) Weiter...

Konzerthaus München: Architektenvertrag unter Dach und Fach
Realisierung des Bauprojekts rückt näher (15.07.2018) Weiter...

Ratte sorgt für Ende einer Balletaufführung
Stromausfall beendet Stück frühzeitig (13.07.2018) Weiter...

Mozart führt Opernstatistik 2016/17 des Bühnenvereins an
Carmen sowie Hänsel und Gretel mit den meisten Aufführungen an deutschen Bühnen (13.07.2018) Weiter...

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (2/2018) herunterladen (3463 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (7/2018) herunterladen (3001 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Giovanni Sgambati: Symphony No.2 in E flat major - Allegro

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich