> > > New Yorker Metropolitan Opera trennt sich von Dirigent James Levine
Dienstag, 11. Dezember 2018

Langjähriger Musikdirektor fristlos entlassen

New Yorker Metropolitan Opera trennt sich von Dirigent James Levine

New York, . In den von der New Yorker Metropolitan Opera eingeleiteten Untersuchungen gegen ihren Dirigenten sind Beweise zutage gekommen. So wurden einer offiziellen Mitteilung des Hauses zufolge "glaubhafte Beweise erbracht, dass Herr Levine vor und während seiner Arbeit an der Met Verhalten von Belästigung und Missbrauch gezeigt hat". In der Vergangenheit hatte es Verdächtigungen gegeben, ohne dass es bislang zu einer Strafverfolgung gekommen wäre.

Mit der Untersuchung bestätigen sich die im Dezember aufgekommenen Beschuldigungen, Levine habe in den späten Achtzigerjahren mehrere männliche Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen des Ravinia Music Festivals (Illinois) missbraucht. Die Metropolitan Opera hatte Levine bereits nach den Anschuldigungen suspendiert (klassik.com berichtete). Aufgrund der nun erfolgten Ermittlungen, bei denen über 70 Personen befragt wurden, wurde die Zusammenarbeit mit dem 74-Jährigen sofort beendet.

James Levine wurde 1943 in Cincinnati geboren und trat bereits mit 10 Jahren als Pianist mit dem Symphonieorchester seiner Heimatstadt auf. Er studierte Klavier und Dirigieren, unter anderem bei Rudolf Serkin in Philadelphia, bei Jean Morel und Rosina Lhevinne. In den Jahren 1964 bis 1970 war Levine stellvertretender Dirigent des Cleveland Orchestra und gab 1971 sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York, dessen musikalischer Leiter er 1975 wurde. Zeitgleich trat er auch als Dirigent bei Festspielen hervor, darunter die Salzburger und die Bayreuther Festspiele und die Sommerfestspiele des Chicago Symphony Orchestra. Im September 1999 übernahm Levine als Nachfolger Sergiu Celibidaches das Amt des Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, ehe er 2004 nach Boston wechselte. In den vergangenen Jahren fiel Levine mehrfach wegen Krankheit aus.

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