> > > Festspiele Erl: Staatsanwaltschaft sieht Anzeige als unbegründet an
Mittwoch, 12. Dezember 2018

Festspielhaus Erl, © Rufus46

Festspielhaus Erl, © Rufus46 unter CC BY-SA 3.0

Staatsanwaltschaft findet keine ausreichende Begründung für Anzeige gegen die Festspiele Erl

Festspiele Erl: Staatsanwaltschaft sieht Anzeige als unbegründet an

Erl, . Die Staatsanwaltschaft hat im Fall der Vorwürfe gegen die Tiroler Festspiele Erl die Anzeige geprüft, sie wird den Vorwürfen nicht weiter nachgehen. Der im Februar durch die Internet-Veröffentlichungen eines Journalisten aufgekommene Verdacht auf "moderne Sklaverei" sei unbegründet. Das Verhalten der Festspiele und ihres Intendanten Gustav Kuhn sei "einwandfrei", so die Behörden.

Dennoch wollen sich die Veranstalter in Zukunft um mehr Transparenz bemühen. So soll beispielsweise die Gagenordnung im Internet veröffentlicht werden. Dies würde von vornherein für Klarheit in Bezug auf die verhältnismäßig im Mittelfeld liegenden Gagen bei Künstlern schaffen. Ferner soll eine Ombudsfrau als "Anlaufstelle für gegebenenfalls Betroffene" eingestellt werden. Desweiteren wurde die Geschäftsführung angehalten, Verhaltensregeln einzuführen.

Anschuldigungen gegen die Festspiele waren im Februar auf "dietiwag.org" veröffentlicht worden. Es handelte sich dabei um Verdächtigungen wegen  Korruption, Ausbeutung, "moderner Sklaverei" sowie Verstößen "gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz, Arbeitszeitengesetz, Arbeitsruhezeitengesetz, Urlaubsgesetz, auf Umgehung des Dienstvertrages, Aushebelung des Urheberrechtsgesetzes, Verdacht auf Korruption und Parteienfinanzierung" (klassik.com berichtete). Hintergrund sollen anonyme Berichte gewesen sein. Diese richteten sich mehrfach gegen die Probebedingungen sowie die Bezahlung der zum Großteil aus Weißrussland stammenden Orchestermusiker. Zudem ging es um sexuelles Fehlverhalten.

Die Tiroler Festspiele Erl wurden 1997 vom Dirigenten und Regisseur Gustav Kuhn ins Leben gerufen und haben sich seither zu einem internationalen Musikfestival entwickelt. Neben dem Hauptfestival im Sommer findet seit dem Jahr 2012 auch eine Wintersaison in einem eigens dafür errichteten Festspielhaus statt. Dieses wurde von dem Wiener Architektenbüro "Delugan Meissel" entworfen und bietet Patz für 862 Besucher.

Weiterführende Informationen bei klassik.com:

Portrait Tiroler Festspiele Erl

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