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Montag, 17. Dezember 2018

Flagge der Bundesrepublik Deutschland, © Mmxx

Flagge der Bundesrepublik Deutschland, © Mmxx unter Public Domain

Genderneutrale Fassung in Anlehnung an die Hymnenänderungen in Österreich und Kanada

Frauenbeauftragte will Nationalhymne ändern

Berlin, . Die Gleichstellungsbeauftragte des Familienministeriums, Kristin Rose-Möhring (SPD), fordert eine Anpassung der deutschen Nationalhymne. Ziel der Textänderung sei eine genderneutrale Ausrichtung des Textes. Die ins Auge gefassten Textänderungen hat Rose-Möhring, Sprecherin der 25 GleichstellungsbeauftragtInnen der obersten Bundesbehörden, bereits an MitarbeiterInnen des Ministeriums gesandt. So soll statt des Begriffs "Vaterland" das "Heimatland" angesprochen werden. Als Alternative zu dem Passus "brüderlich mit Herz und Hand" soll es "couragiert mit Herz und Hand" heißen. Der Vorschlag von Kristin Rose-Möhring stieß medial auf ein geteiltes Echo, wobei die Mehrheit der Reaktionen auf ihren Vorschlag ablehnend ausfiel. Kanzlerin Angela Dorothea Merkel (CDU) ließ durch ihren Sprecher verlautbaren, dass sie mit der Hymne in ihrer tradierten Fassung "sehr zufrieden" sei und daher keinen Änderungsbedarf erkennen könne. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sich gegen eine Änderung des Nationalhymnen-Textes aus.

Vorbild der Textänderungen sind Anpassungen, die andere Länder in den vergangenen Jahren vorgenommen haben. So änderte Österreich nach langen Diskussionen 2012 durch eine Textergänzung, in der neben den Söhnen des Landes nun auch die Töchter angesprochen werden. In Kanada entschied das Parlament erst vor wenigen Wochen eine ähnliche Textänderung (klassik.com berichtete).

Die deutsche Nationalhymne feierte 2015 das 175-jährige Jubiläum ihres ersten Erklingens. Die Musik der deutschen Nationalhymne stammt von Joseph Haydn und wurde 1797 als Kaiserlied für den österreichischen Kaiser Franz II. komponiert. Hoffmann von Fallersleben entwarf den Text passend zu der schon existierenden Melodie des Kaiserliedes, stellte aber an die Stelle des Monarchen als zentralen Bezugspunkt die Nation. Das "Lied der Deutschen" wurde in der Weimarer Republik erstmals Nationalhymne. 1952 schlug der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer dem Bundespräsidenten Theodor Heuss die Beibehaltung der Nationalhymne vor. Heuss ließ die dritte Strophe als offizielle Nationalhymne zu. Vor zwei Jahren gab es Bestrebungen, die Melodie der bis dato verwendeten Nationalhymne mit dem Text der ehemaligen DDR-Hymne zu verbinden.

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