> > > Berliner Staatsoper: Fass ohne Boden
Donnerstag, 16. September 2021

Staatsoper Unter den Linden, © Andreas Praefcke

Staatsoper Unter den Linden, © Andreas Praefcke unter CC BY 3.0

Nochmals drastische Steigerung der Kosten um rund 40 Millionen Euro

Berliner Staatsoper: Fass ohne Boden

Berlin, . Die Kosten für die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden sind nach Aufnahme des Spielbetriebs im vergangenen Dezember nochmals drastisch gestiegen. Wie die Bausenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) gegenüber dem Stadtentwicklungsausschuss bekanntgab, habe die Kostensteigerung ein Volumen von knapp 40 Millionen Euro. Die Sanierungskosten liegen damit bei etwa 440 Millionen Euro; ursprünglich geplant hatte man anfangs mit knapp 240 Millionen Euro.

Laut Lompscher gehe die nun bekannt gewordene abermalige Kostenexplosion auf den Konkurs eines für die Planung von Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen zuständigen Ingenieurbüros im Jahr 2014 zurück. In den Jahren 2016 und 2017 hätten infolgedessen Beschleunigungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, die hohe Kosten verursachten. Zu der Kostenerhöhung könnten in der Folge nun noch weitere Kosten kommen, da bei umfangreichen Sanierungen durch Gewährleistungen Folgekosten häufig anfallen.

Die sieben Jahre dauernde Sanierung des Opernhauses ab 2010 umfasste vor allem eine Erneuerung der Bühnentechnik, darüber hinaus wurde die Saaldecke um mehrere Meter nach oben gesetzt, um eine längere Nachhallzeit zu erreichen. Mehrmals hatten sich die Sanierungsarbeiten, zu denen auch eine unterirdische Verbindung zwischen Werkstätten und Hauptbühne gehört, verzögert. Den ursprünglichen Planungen nach hätte die Runderneuerung des Opernhauses bereits 2013 zu Ende gebracht werden sollen. Wegen Problemen mit der Bausubstanz des Gebäudes und des morastigen Grundes stiegen die Baukosten von den geplanten 239 Millionen auf 400 Millionen an, parallel zu der Kostenexplosion musste die Wiedereröffnung mehrfach verschoben werden. Aufgrund der Misswirtschaft wurde 2015 ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der Verfehlungen sowie Verantwortlichkeiten für die erhebliche Kostensteigerung aufklären sollte.

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden wurde im Jahr 1742 eröffnet. Zahlreiche Opern erlebten hier ihre Uraufführung, darunter Alban Bergs "Wozzeck". Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zweimal durch Bombentreffer vollständig zerstört. Es folgte der Neuaufbau in den Jahren 1952 bis 1955. Die Staatsoper ist das älteste Opernhaus und Theatergebäude in Berlin und verfügt derzeit über 1.396 Plätze. Zuletzt wurde es von 1983 bis 1986 umfassend restauriert.

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