> > > Großbritannien: Umfassender Bericht über positive Wirkung von Musik für Demenzkranke
Mittwoch, 15. August 2018

Demenz (Symbolbild), © geralt

Demenz (Symbolbild), © geralt unter CC0 Public Domain

Kommission fordert für demenzerkrankte Menschen erleichterten Zugang zu Musik

Großbritannien: Umfassender Bericht über positive Wirkung von Musik für Demenzkranke

London, . In Großbritannien ist der erste umfassende Bericht über die Wirkung und Bedeutung von Musik für Demenzkranke erschienen. Der Bericht der "Commission on Dementia and Music" unter Vorsitz von Baroness Sally Greengross enthält zudem gesundheitspolitische Handlungsempfehlungen. In dem Bericht, der von dem International Longevity Centre in Zusammenarbeit mit der Utley Foundation entstand, wird die hohe Bedeutung von Musik für Demenzkranke hervorgehoben. Musik spielt in diesem Fall nicht nur eine besondere Rolle bei der Erinnerung an Vergangenes, sondern vor allem auch als positiv ausgleichendes Element in Bezug auf die psychische Verfassung der an Demenz Erkrankten. Da mehr als ein Viertel der Demenzkranken von begleitenden Symptomen wie Unruhe, Depression, Apathie oder Angstzuständen betroffen sei, wirke Musik hier in positiver Weise; dies gilt insbesondere für Musik, die die Demenzkranken im Alter zwischen etwa 10 und 30 Jahren gehört haben.

Der Bericht empfiehlt Pflegeeinrichtungen, Patienten den Zugang zu Musik zu ermöglichen oder zu erleichtern. Gleichzeitig richtet die Kommission einen Appell an die Musikindustrie, etwa an Streaming-Dienste, Pflegeeinrichtungen einen vergünstigten oder kostenlosen Zugang zu Musikangeboten zur Verfügung zu stellen.

In Großbritannein beträgt die Zahl der Demenzkranken rund 850.000; im Jahr 2025 ist mit rund 1 Million Erkrankten zu rechnen, im Jahr 2051 mit 2 Millionen. Die Ausgaben für die Pflege von Demenzkranken betrug im Jahr 2017 etwa 26,3 Milliarden Britische Pfund, auch hier ist mit einer deutlichen Steigerung zu rechnen. Die Kosten für die Pflege von Demenzkranken sind laut Kommissionsbericht höher als die für das Gesundheitssystem entstehenden Kosten aus Krebserkrankungen, Schlaganfällen und chronischen Herzkrankheiten.

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